# Refinanzierungswelle verschärft Immobilienkrise Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-09T10:02:14+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-09T10:02:18+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/refinanzierungswelle-verschaerft-immobilienkrise-764827/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Banken und Investoren auf dem deutschen Gewerbeimmobilienmarkt steuern laut EY-Parthenon auf massive Probleme zu. Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird rund ein Viertel der milliardenschweren Finanzierungen fällig. Die Branche leidet bereits unter steigenden Problemkrediten. ## Marktbereinigung durch Refinanzierungsdruck EY-Partnerin Kristin Kriemann sieht in der anstehenden Refinanzierungswelle eine deutliche Marktbereinigung. „Die anstehende Refinanzierungswelle wird zu einer deutlichen Marktbereinigung führen“, sagte sie dem Handelsblatt. Viele Eigentümer müssten zusätzliches Eigenkapital nachschießen oder ihre Finanzierungen grundlegend neu aufstellen. Grund ist, dass etwa ein Viertel der milliardenschweren Finanzierungen in den Büchern deutscher Immobilienfinanzierer bis 2028 fällig wird. Dies ergibt sich aus einer Umfrage von EY-Parthenon unter 90 Immobilienfinanzierern und 70 Restrukturierungskanzleien. ### Angespannte Lage und steigende Problemkredite Die Refinanzierungen treffen die Branche in einer ohnehin angespannten Phase. Viele Kredite wurden zu Zeiten abgeschlossen, als Immobilien höher bewertet und Finanzierungen deutlich günstiger waren. Laut Daten der Europäischen Bankenaufsicht waren im ersten Quartal 2026 bereits 6,8 Prozent der gewerblichen Immobilienkredite notleidend. Mehr als 40 Prozent der befragten Institute berichten zudem, in einzelnen Fällen keine tragfähige Finanzierungslösung mehr gefunden zu haben. ### Erholung erst ab kommendem Jahrzehnt EY-Partner Korbinian Gennies sieht die Krise der gewerblichen Immobilienfirmen als Dauerkrise. „Die Krise der gewerblichen Immobilienfirmen wird damit zur Dauerkrise“, sagte er dem Handelsblatt. Eine deutliche Erholung des Marktes erwarten viele Marktteilnehmer den Umfrageergebnissen zufolge erst Anfang des kommenden Jahrzehnts. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück