# Queere Ampelfiguren an der Bierstraße: Osnabrück setzt ein Zeichen für Vielfalt Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-04T09:29:36+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-04T10:40:35+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/queere-ampelfiguren-an-der-bierstrasse-osnabrueck-setzt-ein-zeichen-fuer-vielfalt-774230/ Kategorie: Aktuell --- Osnabrück hat eine weitere besondere Ampelanlage bekommen: Nachdem bereits die Steckenpferdreiter zwischen Universitätsbibliothek und Ledenhof die Ampeln der Stadt schmücken, sind nun an der Bierstraße auf Höhe der Kunsthalle queere Ampelsymbole zu sehen. Die roten und grünen Figuren zeigen zwei Menschen, die Händchen halten. Ein über ihnen schwebendes Herz unterstreicht ihre Verbundenheit. Mit dieser Installation setzt die Stadt einen entsprechenden Beschluss des Rates um. ## Wunsch des Stadtrats umgesetzt Der Wunsch nach einer Ampel mit queeren Motiven wurde in diesem Jahr durch einen Ratsauftrag konkretisiert. Bereits 2022 hatte der Stadtrat Resolutionen verabschiedet, die darauf abzielten, queeres Leben in Osnabrück sichtbarer zu machen und die Sicherheit queerer Menschen zu stärken. „Die Ampel macht das queere Leben ein Stück sichtbarer im Stadtgebiet“, erklärt Patricia Heller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück. Auch der städtische Queerbeirat stand dem Vorhaben von Beginn an unterstützend zur Seite. ### Standort bewusst gewählt Für die neue Ampelanlage fiel die Wahl bewusst auf die Bierstraße. Als Zugang zur historischen Altstadt befindet sich der Standort an einer zentralen Stelle, die täglich von zahlreichen Menschen zu Fuß passiert wird. Darüber hinaus liegt die Kunsthalle in unmittelbarer Nähe, die sich regelmäßig mit queeren Themen auseinandersetzt. ### Verkehrliche Vorgaben musste berücksichtigt werden Bei der Gestaltung mussten allerdings auch die verkehrlichen Vorgaben berücksichtigt werden. Mike Bohne, Leiter des Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen, erklärt, worauf es bei den besonderen Fußgängersymbolen ankommt: „Wichtig ist, dass sehr deutlich wird: Es sind Figuren zu erkennen, die bei Rot stehen und bei Grün gehen. Diese Anforderung hat Janin Arntzen, die als Grafikerin im Sachgebiet Kommunikation arbeitet, gut umgesetzt.“ Die beiden Figuren sind durch ihre miteinander verbundenen Hände als Paar erkennbar. Das Herz über ihnen macht die Botschaft zusätzlich deutlich und steht symbolisch für Liebe, Zusammenhalt und Vielfalt. ## Osnabrücks Engagement für LGBTQIA+-Themen - Antidiskriminierungsbüro (seit 2017): Bekämpft Diskriminierung jeder Form; LGBTIQ+-Themen fließen fest in den Auftrag des Referats Chancengleichheit ein. - Queer-Beirat (2023): Berät die Stadtverwaltung und den Stadtrat aus Sicht der queeren Community; Betroffene wirken bei Entscheidungen mit. - Rosa Courage Preis: (Seit 1992) Der im Rahmen des Gay in May Festivals verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten oder Organisationen, die sich überregional für die Rechte und die Sichtbarkeit von LGBTIQ+-Personen einsetzen. - Queerer Stadtplan als gezielte Förderung: Die Stadt unterstützt die Erstellung und Aktualisierung eines queeren Stadtplanes, der sichere Orte, Beratungsstellen und Treffpunkte für die Community im Stadtgebiet sichtbar macht. - Sichtbarkeit und Schutz (seit 2022): Neue Resolutionen verbessern Sichtbarkeit queerer Lebensrealitäten und stärken Schutzmechanismen. - Queeres Beratungsstelle (ab Juli 2025): Ein eigenständiges, niedrigschwelliges Angebot für LGBTIQ+-Personen vor Ort. - Antidiskriminierungs-Netzwerk: Lokale NGOs und Partner unterstützen Betroffene mit Rat und Hilfe. - Rainbow Cities Network: Der Beitritt ergänzt die Arbeit mit internationalen Ideen, Ressourcen und Kontakten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück