# Queer-Beauftragte fordert starken Rechtsschutz und Gleichstellung für LGBTQ+ Datum: 15.05.2026 11:20 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/queer-beauftragte-fordert-starken-rechtsschutz-und-gleichstellung-fuer-lgbtq-713091/ --- Zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit fordert die Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sophie Koch mehr rechtlichen Schutz und echte Gleichstellung für queere Menschen. Sie sieht trotz bereits erreichter Fortschritte weiterhin erhebliche Lücken im Rechtssystem und warnt zugleich vor zunehmender Queerfeindlichkeit. ## Forderung nach Reformen im Grundgesetz und Familienrecht Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sophie Koch betont zum Anlass des Aktionstages, wie zentral die politische Botschaft sei. „Die zentrale Botschaft dieses Tages ist, dass queere Menschen sicher, frei und selbstbestimmt leben wollen – und dass wir dafür noch einiges machen müssen“, sagte Koch am Freitag der ARD. Koch verweist auf mehrere aus ihrer Sicht bestehende rechtliche Lücken. Sie fordert eine Reform des Abstammungsrechts, damit lesbische Ehepartnerinnen von Geburt an automatisch als zweite Mutter anerkannt werden. Zudem drängt sie auf eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes. Die sexuelle Orientierung müsse dort ausdrücklich geschützt werden. „Menschen wurden unter diesem Grundgesetz bis in die 90er-Jahre verfolgt, weil sie zum Beispiel schwul waren“, so Koch gegenüber der ARD. ### Bedeutung des Selbstbestimmungsgesetzes Zentrale Bedeutung misst Koch dem Selbstbestimmungsgesetz bei. Es sei ein „riesengroßer Gewinn für die Community“, weil es vielen Menschen ermögliche, „endlich ihre eigene Identität entsprechend ausleben zu können“. Nach ihren Worten schränkt das Gesetz keine Frauenrechte ein und müsse gegen politische Angriffe verteidigt werden. Mit Blick auf die anstehende CSD-Saison verweist Koch auf bereits erreichte Fortschritte, warnt jedoch vor einer Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas. „Der Wind wird rauer. Queerfeindlichkeit, Kampagnen und auch Straftaten nehmen zu“, sagte sie der ARD. CSDs seien deshalb weiterhin notwendig. Zugleich beobachtet sie einen wachsenden Zulauf zu den Veranstaltungen – sowohl aus der Community als auch darüber hinaus. ### Debatte um CSD in Dresden und umstrittenen Instagram-Post Kritik übt Koch an der Entscheidung in Dresden, Teile des CSD nicht mehr als politische Versammlung einzustufen. „Der queere Protest war schon immer vielfältig – und trotzdem Protest“, so Koch laut ARD. Heftige Kritik hatte zuvor ein Instagram-Post Kochs ausgelöst, in dem sie Alice Schwarzer gemeinsam mit J.K. Rowling und US-Präsident Donald Trump zeigt. „Nein, der Post war kein Fehler“, sagte Koch der ARD. Ziel sei gewesen, klarzustellen, dass Frauenrechte und Transrechte nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Auch das Verhältnis zu Familienministerin Karin Prien (CDU) sieht Koch trotz öffentlicher Kritik nicht belastet. Unterschiedliche Meinungen gehörten zur politischen Auseinandersetzung, erklärte sie der ARD. Ein Gespräch mit der Ministerin sei bereits angesetzt. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück