# Quarterly Inspirationen und Denkanstöße für die Welt von Morgen F.A.Z Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-11T18:47:12+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-11T18:47:12+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/quarterly-inspirationen-und-denkanstoesse-fuer-die-welt-von-morgen-f-a-z-754564/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bildungsministerin will Kinder- und Jugendschutz mit neuen Regeln stärken. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) will den Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien mit konkreten Maßnahmen vorantreiben. Wie die F.A.Z. berichtet, sprach sich die Ministerin bei der Vorstellung des Abschlussberichts einer Expertenkommission für eine gesetzliche Altersgrenze aus. Die Kommission selbst hatte sich jedoch nicht auf eine einheitliche Lösung einigen können und zwei Modelle vorgeschlagen: Entweder eine Mindestaltersgrenze von 13 Jahren für eigene Accounts oder eine differenzierte Regulierung, die besonders riskante Funktionen altersabhängig einschränkt. Prien betonte, beide Varianten seien „wissenschaftlich gut begründbar“, plädierte aber persönlich für eine klare Altersgrenze als „rechtliche Norm“. Die Plattformen müssten dann sicherstellen, dass Minderjährige nur eingeschränkte oder kindgerechte Angebote nutzen können, wie der Medienzeit-Elternblog berichtet. ## KI-Zertifikat für Schulen ab Jahresende Zusätzlich kündigte Prien ein Sofortprogramm an, das bis Ende des Jahres starten soll. Dazu gehört die Einführung eines „KI-Seepferdchens“ in Schulen, das Kindern ein grundlegendes Verständnis für Künstliche Intelligenz vermitteln soll. Analog zur Schwimmprüfung soll das Zertifikat den Umgang mit KI-Risiken und -Chancen fördern, wie IT Boltwise und die F.A.Z. übereinstimmend melden. Die Abstimmung mit den Bundesländern für die Umsetzung in den Schulen laufe bereits, da Bildung Ländersache ist. ### Handyverbot in Schulen bis Klasse sieben geplant Die Expertenkommission hatte in ihrem Bericht zudem weitere Maßnahmen empfohlen, darunter ein bundesweites Verbot der privaten Handynutzung in Schulen bis einschließlich Klasse sieben sowie verbindliche Beratungsangebote zu Mediennutzung und Suchtgefahren. Wie heise.de berichtet, betonte Prien, dass es nicht um ein Nutzungsverbot für Kinder gehe, sondern um sichere Rahmenbedingungen, die bei den Plattformen durchgesetzt werden müssten. Die Ministerin verwies dabei auf einen aktuellen Vergleich in den USA, bei dem Meta 18 Milliarden Euro für den Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern gezahlt habe. „Wieso sollte Meta nur in den USA zahlen?“, fragte sie und deutete an, ähnliche Regelungen auch in Europa anzustreben. ### EU plant Altersgrenze für digitale Plattformen Die EU-Kommission plant unterdessen eigene Vorschläge für den Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum, die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) in einer Grundsatzrede vorstellen will. Wie die F.A.Z. schreibt, könnte dabei eine Altersgrenze von 13 oder 15 Jahren im Raum stehen. Prien will jedoch nicht auf europäische Lösungen warten und bereitet parallel nationale Regelungen vor. Bis Mitte Oktober sollen erste Eckpunkte für Gesetzesänderungen im Kabinett eingebracht werden, wie IT Boltwise und heise.de übereinstimmend berichten. ### Streit um starre Altersgrenzen bei Social Media Die Debatte über die konkrete Ausgestaltung der Altersgrenze bleibt indes kontrovers. Während Prien eine pauschale Grenze von 13 Jahren favorisiert, warnt die Expertenkommission vor zu starren Modellen, die Jugendlichen den Zugang zu wichtigen Informationen und sozialer Teilhabe erschweren könnten. Stattdessen schlägt sie vor, besonders riskante Funktionen wie algorithmische Feeds oder personalisierte Werbung altersabhängig zu beschränken. Die Ministerin betonte jedoch, dass es „ohne eine Altersgrenze“ keine ausreichende Lösung geben werde. Unabhängig von den politischen Entscheidungen ist der Handlungsbedarf groß: Wie mehrere Quellen berichten, zeigt jedes vierte Kind in Deutschland bereits Zeichen einer Social-Media-Abhängigkeit oder riskanten Nutzung. Prien räumte ein, dass Deutschland in der Reaktion auf diese Entwicklungen „spät“ sei. Die nun vorgelegten 56 Handlungsempfehlungen der Kommission sollen daher zügig in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück