# Pro Bahn fordert strengere Pünktlichkeitsregeln für Bahn Datum: 10.08.2026 05:22 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/pro-bahn-fordert-strengere-puenktlichkeitsregeln-fuer-bahn-741324/ --- Der Fahrgastverband Pro Bahn verlangt von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), die Bewertung der Zugpünktlichkeit zu verschärfen. Verspätungen sollen bereits ab drei Minuten zählen, ausgefallene Züge als verspätet gelten. Zudem kritisiert der Verband die bisherigen Bonusregelungen. ## Forderung nach Reform der Pünktlichkeitsdefinition Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) soll nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn die Gelegenheit für eine "ehrliche Pünktlichkeitsbewertung" nutzen. Das sagte der Bundesvorsitzende Lukas Iffländer dem Tagesspiegel. Konkrete Vorschläge sind, Verspätungen künftig ab drei Minuten statt wie bisher ab sechs Minuten zu zählen – analog zur Praxis in der Schweiz. Zudem sollten ausgefallene Züge als verspätet gewertet werden. ### Kritik an bestehenden Bonusregelungen Iffländer betonte, der Minister werde sich sehr anstrengen müssen, die Boni "richtig zu gestalten". Bisher hätten die Bahnmanager das Ministerium "immer ausgetrickst". Als Beispiel nannte er, dass ausgefallene Züge bisher nicht als unpünktlich galten. Dadurch seien einst so viele Halte ausgelassen worden, bis der Zug auf seiner Rückfahrt wieder als pünktlich galt. Der damalige Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla habe „dicke Boni“ kassiert, obwohl bereits klar war, dass das Netz Generalsanierungen brauche. Daher sollte sich Bilger nach Iffländers Meinung bei der Neugestaltung von Beratern unterstützen lassen, die nicht bereits an den bisherigen, lückenhaften Regelungen mitgewirkt hätten. Ausschließlich die Pünktlichkeit zu bewerten, hält Iffländer für unzureichend, da auch diese Metrik ausgetrickst werden könne. So habe die ehemalige Bahnvorständin Daniela Gerd tom Markotten verkündet: "dass man plane, notwendige Baustellen nicht durchzuführen, um die Pünktlichkeit kurzfristig zu erhöhen. Das konnte zum Glück verhindert werden." Generell fordert Pro Bahn, dass das Bundesverkehrsministerium stärker auf die Branche und Verbände hört. Beim Dialog zur Infrastrukturgesellschaft InfraGO seien bereits Vorschläge unterbreitet worden, wie Bonusregelungen so gestaltet werden könnten, dass sie nicht umgangen werden können. Diese seien jedoch nicht umgesetzt worden. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück