# Privathaushalte in Deutschland gehen zurück Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-05T08:32:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-05T08:32:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/privathaushalte-in-deutschland-gehen-zurueck-774557/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Laut einer Prognose des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Privathaushalte in Deutschland bis 2050 sinken. Unter moderaten demografischen Annahmen könnte der Rückgang zwei bis fünf Prozent betragen. Nur bei einer jungen Bevölkerung mit hoher Zuwanderung bliebe die Zahl stabil oder stiege leicht. ## Prognose zeigt Trendwende bei Haushaltszahlen Das Statistische Bundesamt (Destatis) erwartet in seiner Haushaltsvorausberechnung 2026 einen Rückgang der Privathaushalte in Deutschland bis zum Jahr 2050. Aktuell gibt es 41,8 Millionen Haushalte, doch unter moderaten Annahmen zu Geburtenrate, Lebenserwartung und Zuwanderung könnte diese Zahl auf 39,7 bis 40,9 Millionen sinken. Damit würde sich der seit der deutschen Vereinigung 1990 beobachtete Anstieg umkehren. Eine Ausnahme bildet das Szenario einer relativ jungen Bevölkerung: Bei deutlich steigender Geburtenrate und hoher Nettozuwanderung würde die Zahl der Haushalte um ein Prozent zunehmen und das Niveau von 2024 halten. Die Prognose basiert auf drei Varianten, die unterschiedliche demografische Entwicklungen abbilden. ### Einpersonenhaushalte nehmen zu, Mehrpersonenhaushalte sinken Einpersonenhaushalte sind bereits heute die größte Gruppe und werden weiter wachsen. 2024 lebten 17,9 Millionen Menschen allein, bis 2050 könnten es 18,5 bis 19,2 Millionen sein. Dies entspricht dann 23 bis 24 Prozent aller Menschen in Privathaushalten, gegenüber 21 Prozent im Jahr 2024. Besonders stark steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte bei älteren Menschen: In den Altersgruppen ab 60 Jahren, vor allem bei den 60- bis unter 70-Jährigen und Hochaltrigen (80 Jahre und älter), wird ein deutlicher Zuwachs erwartet. Bei den 20- bis unter 40-Jährigen hingegen sinkt die Zahl, bedingt durch demografischen Rückgang und spätere Familiengründungen. ### Regionale Unterschiede in der Entwicklung Die Prognose zeigt auch regionale Unterschiede: In westdeutschen Flächenländern und Stadtstaaten hängt die Entwicklung stark von den demografischen Annahmen ab. In ostdeutschen Flächenländern hingegen wird die Zahl der Privathaushalte in allen drei Szenarien sinken. Bei einer relativ alten Bevölkerung könnte der Rückgang dort bis zu zwölf Prozent betragen. Die Zahl der Zweipersonenhaushalte (2024: 13,6 Millionen), Dreipersonenhaushalte (4,8 Millionen) und Vierpersonenhaushalte (3,9 Millionen) wird bis 2050 in allen Varianten abnehmen. Haushalte mit fünf und mehr Personen (2024: 1,6 Millionen) könnten nur unter der Annahme einer jungen Bevölkerung um drei Prozent wachsen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück