# Prien will Unterhaltsvorschuss nur noch bis 16 zahlen Datum: 17.07.2026 12:16 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/prien-will-unterhaltsvorschuss-nur-noch-bis-16-zahlen-733331/ --- Kritik an Kürzungsplänen für Alleinerziehende – SPD und Verbände protestieren Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) treibt die Reform des Unterhaltsvorschusses voran. Wie die Tagesschau berichtet, soll der Gesetzentwurf noch im Juli in die Regierungsabstimmung gehen. Geplant ist, den staatlichen Vorschuss künftig nur noch bis zum 16. Geburtstag eines Kindes zu zahlen, statt wie bisher bis zum 18. Lebensjahr. Betroffen wären rund 80.000 Jugendliche. Prien begründet die Pläne mit Sparvorgaben und verweist auf Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro für Bund, Länder und Kommunen. Allein der Bund könnte demnach 245 Millionen Euro sparen. Säumige Unterhaltszahler sollen zudem mit Sanktionen wie einem vorübergehenden Entzug der Fahrerlaubnis belegt werden. Für jüngere Kinder betont Prien die Verantwortung des Staates, da Alleinerziehende hier oft nicht in Vollzeit arbeiten könnten. Bei 16- oder 17-Jährigen sei eine Vollzeitbeschäftigung jedoch vereinbar, so die Ministerin. Die Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss hätten sich seit der Reform 2017 vervierfacht und belasten die Kommunen stark. ## SPD und Verbände attackieren Merz-Reform Die Pläne stoßen auf breite Kritik. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bezeichnete die Kürzungen als „falsch“, wie die Tagesschau weiter berichtet. Prien entgegnete, die Entscheidung sei einstimmig mit den Ländern getroffen worden, auch Schwesig habe zugestimmt. Die SPD-Bundestagsfraktion und Verbände wie der VAMV werfen der Bundesregierung vor, die Lebensrealität von Alleinerziehenden zu verkennen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verteidigte die Reform auf einer Pressekonferenz mit dem Argument, Alleinerziehende älterer Kinder könnten mehr arbeiten. Dies löste scharfe Reaktionen aus: Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) kritisierte, Merz erwecke den Eindruck, Alleinerziehende würden nicht genug arbeiten, obwohl sie bereits häufiger in Vollzeit beschäftigt seien als Mütter in Paarfamilien. SPD-Politikerin Jasmina Hostert betonte, der Unterhaltsvorschuss sei kein Ersatz für fehlende Erwerbsarbeit, sondern eine Kompensation für ausgefallenen Unterhalt. Auch die Linkspartei und die Grünen übten scharfe Kritik an den Aussagen des Kanzlers. ### Prien rechtfertigt Reform mit Kommunenentlastung Prien betont unterdessen, die Reform sei notwendig, um die finanzielle Belastung der Kommunen zu verringern. Der Unterhaltsvorschuss werde zu 40 Prozent vom Bund finanziert, den Rest teilen sich Länder und Kommunen. Die Ausgaben beliefen sich 2025 auf rund 3,27 Milliarden Euro. Die SPD lehnt die Pläne bisher ab und fordert stattdessen eine zuverlässige Absicherung des Unterhaltsausfalls für Kinder. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück