# Prien in Kiew: Deutschland zeigt Präsenz trotz Drohungen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-05T10:16:56+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-05T10:16:56+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/prien-in-kiew-deutschland-zeigt-praesenz-trotz-drohungen-763200/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Familienministerin betont Unterstützung für Ukraine – Russland intensiviert Angriffe Bundesfamilienministerin Karin Prien ist am Montag in Kiew eingetroffen, um die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu unterstreichen. Die CDU-Politikerin betonte am Zentralbahnhof der Hauptstadt, Deutschland stehe „fest zur Ukraine“ und wolle gerade in der aktuellen Bedrohungslage „keine Angst zeigen“. Russland hatte zuvor angekündigt, Angriffe auf Zivilbevölkerung, Diplomaten und Gäste zu intensivieren, wie die tagesschau berichtet. Prien verwies auf das Schicksal von Kindern und Jugendlichen sowie die Unterstützung der Zivilgesellschaft als Schwerpunkte ihres Besuchs. Die nächtliche Anreise aus Polen sei ruhig verlaufen, doch die Vorstellung, in ein Kriegsgebiet zu reisen, sei „bedrückend“ gewesen, so die Ministerin gegenüber der dpa. ## Merz sichert Ukraine weitere Milliardenhilfen zu Nur einen Tag zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Ukraine besucht und eine Milliarde Euro an Militärhilfen zugesagt, darunter Mittel für die Abwehr russischer Jet-Drohnen, Satellitentechnik und Abwehrraketen. Weitere 350 Millionen Euro sind für Infrastruktur und Energie vorgesehen, wie die tagesschau unter Berufung auf Merz’ Ankündigungen mitteilt. Der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Norbert Röttgen betonte im ARD-Morgenmagazin, die Hilfen seien nicht nur im ukrainischen, sondern auch im deutschen und europäischen Interesse, um den Krieg zum Scheitern zu bringen. ### Russland intensiviert Angriffe auf ukrainische Infrastruktur Parallel zu den politischen Besuchen verschärft Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte. In der Nacht zum Montag traf es nach eigenen Angaben den Hafen von Wylkowe, Treibstofflager in Tschornomorsk und Frachtschiffe in der Region Odessa sowie ein Kraftwerk in Charkiw, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte. Der Gouverneur von Odessa, Oleh Kiper, bestätigte massive Luftangriffe auf Industrie- und Hafeninfrastruktur, während die Behörden in Charkiw einen Toten und sechs Verletzte meldeten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet zudem von Drohnenangriffen in den Regionen Saporischschja und Dnipro, bei denen mindestens drei Menschen starben und sechs verletzt wurden. ### Ukraine plant Angriffe auf russische Ölraffinerien Die Ukraine reagiert auf die Eskalation mit eigenen Gegenmaßnahmen. Präsident Wolodimir Selenskij kündigte an, Angriffe auf russische Ölraffinerien zu verstärken, wie die Süddeutsche unter Berufung auf Reuters schreibt. Dies sei eine Antwort auf die neue russische Taktik, die Bevölkerung in Städten wie Kiew zur Flucht zu bewegen. Selenskij betonte, man müsse auf die Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur mit Angriffen auf russische Energieziele reagieren, da diese die Finanzierung des Krieges ermöglichen. ### Deutsche und ukrainische Firmen unterzeichnen Unterdessen unterzeichneten deutsche und ukrainische Unternehmen am Rande von Merz’ Besuch in Kiew mehr als ein Dutzend Kooperationsvereinbarungen, wie die Zeit online meldet. Die genauen Inhalte und Volumina der Abkommen wurden nicht näher spezifiziert. Die Lage bleibt angespannt: Russland hat in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf ukrainische Ballungsräume wie Kiew, Charkiw und Odessa intensiviert, wie sowohl die tagesschau als auch die Süddeutsche berichten. Die ukrainischen Sicherheitsbehörden warnten die Bevölkerung zudem davor, Videos oder Fotos von Angriffen in sozialen Netzwerken zu teilen, da diese dem Gegner bei der Planung weiterer Schläge helfen könnten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück