# Powerfabrik-Gründer Alexander Morof: Warum echte Qualität bei Manuka Honig messbar sein muss Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-13T00:55:00+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-13T15:12:27+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/powerfabrik-gruender-alexander-morof-warum-echte-qualitaet-bei-manuka-honig-messbar-sein-muss-743051/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Manuka Honig und Propolis – für viele klingt das nach Gesundheits-Hype, für andere ist es längst Alltag. [Powerfabrik](https://powerfabrik.de/) gehört zu den wenigen Anbietern, die beides ernst nehmen: das Produkt selbst und die Frage, was man darüber sagen darf und was nicht. Alexander Morof, verantwortlich für Kommunikation und Produktinhalte, erklärt im Gespräch, wie das in der Praxis aussieht, was hinter dem doppelten Analyseverfahren steckt und warum er überzogene Werbeversprechen für das größte Problem der Branche hält. Redaktion: Herr Morof, Sie sagen: „Aufklären ohne Übertreiben, das ist unser Job.“ Was bedeutet das konkret bei Produkten wie Manuka Honig oder Propolis? Morof: Wir bewegen uns in einem Bereich, in dem Menschen konkrete Hoffnungen mit Produkten verbinden. Manuka Honig wird seit Jahrhunderten von den Maori in Neuseeland geschätzt, und es gibt einen Grund, warum er heute auch hierzulande so gefragt ist. Aber unser Job ist nicht, diese Faszination zu verstärken, indem wir Dinge versprechen, die sich nicht belegen lassen. Wir wollen informieren, nicht verführen. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist es in dieser Branche aber leider nicht. Redaktion: Was macht Manuka Honig denn so besonders aus Ihrer Sicht als Anbieter? Morof: Der entscheidende Unterschied ist der Wirkstoff Methylglyoxal, kurz MGO. Der entsteht ausschließlich im Nektar der Manuka-Pflanze, die nur in Neuseeland wächst. Andere Honigsorten enthalten ihn nicht. Das ist kein Marketing, das ist Biochemie. Die Manuka-Pflanze selbst hat tiefe Wurzeln in der Kultur der Maori, die sie schon lange für ihre natürlichen Eigenschaften schätzen. Heute ist der Honig weltweit bekannt, aber der Ursprung bleibt derselbe: diese eine Pflanze, dieses eine Land. Je höher der MGO-Gehalt, desto höher die Aktivität des Honigs. Wir bieten das Sortiment deshalb in verschiedenen Stufen an, von MGO 250+ über 550+ und 800+ bis hin zu 1000+, das bereits als selten gilt. Dazu gibt es zwei Sonderlinien. Eine für Kinder ab einem Jahr, Manuka Kids mit MGO 250+, und eine für Tiere, Manuka Pets, ebenfalls mit MGO 250+. Die Idee dahinter ist einfach: Nicht jeder braucht denselben MGO-Wert, und ein Erwachsener hat andere Bedürfnisse als ein Kind oder ein Haustier. Redaktion: Wie stellen Sie sicher, dass der MGO-Gehalt auch wirklich dem entspricht, was auf dem Glas steht? Morof: Jede Charge wird zweifach analysiert. Der erste Test läuft direkt in Neuseeland, noch bevor der Honig auf Transport geht. Sobald er in Deutschland ankommt, folgt eine zweite, unabhängige Laboranalyse auf deutscher Basis. Erst dann steht fest, welchen MGO-Wert wir ausweisen. Das ist aufwendig und kostet, aber anders würde es keinen Sinn ergeben. Manuka-Qualität zu behaupten, ohne sie zu belegen, wäre genau das, was wir ablehnen. Die Zertifikate liegen offen auf der Website, jeder kann sie einsehen. Das ist kein PR-Instrument, sondern ein Kontrollmechanismus, dem wir uns selbst unterwerfen. Wer Manuka kauft, soll wissen, was er bekommt, und nicht darauf vertrauen müssen, dass die Zahl auf dem Etikett irgendwie schon stimmt. Redaktion: Neben Manuka haben Sie auch Propolis im Sortiment. Warum? Morof: Propolis ergänzt Manuka auf natürliche Weise. Beides kommt vom Bienenvolk, beides hat eine lange Geschichte in der Volksmedizin. Unser Sortiment reicht von einem 10-prozentigen, alkoholfreien und wasserlöslichen Extrakt für Einsteiger über ein 20-prozentiges und ein 30-prozentiges Extrakt bis hin zum Propolis Mundspray mit 30 Prozent, ebenfalls alkoholfrei. Die Abstufung ergibt sich aus dem Bedarf. Wer es zum ersten Mal probiert, greift oft zum milderen Extrakt. Wer schon länger damit arbeitet, will meistens eine höhere Konzentration. Das Mundspray ist dabei eine praktische Option für unterwegs, ohne Alkohol, ohne großen Aufwand. Die Vielfalt im Sortiment ist keine Marketingstrategie, sondern eine Reaktion auf das, was unsere Kunden tatsächlich nachfragen. Redaktion: Wie gehen Sie generell mit Grauzonen in der Kommunikation um, also dort, wo die Studienlage dünn ist? Morof: Indem wir genau hinschauen. Gibt es Meta-Analysen? Randomisierte Studien? Oder handelt es sich um erste Hinweise? Daraus leiten wir ab, was wir sagen können und was wir besser weglassen. Nehmen wir Maca als Beispiel. Es gibt Hinweise auf eine mögliche Wirkung im Bereich Energie und hormonelle Balance, aber die Datenlage ist nicht eindeutig. Es gibt erste Studien, die auf bestimmte Effekte hindeuten, aber sie reichen nicht aus, um konkrete Aussagen zur Wirkung zu treffen. Bei Manuka ist die Datenlage vergleichsweise gut, MGO ist ein messbarer, dokumentierter Stoff. Bei anderen Rohstoffen ist das nicht so, und wenn etwas nicht eindeutig ist, sagen wir das. Das ist weniger glamourös, aber ehrlicher. Redaktion: Wie stark beeinflusst die Health-Claims-Verordnung Ihre Kommunikation? Morof: Sehr stark. Seit 2012 dürfen wir keine gesundheitsbezogenen Aussagen mehr treffen, die nicht offiziell zugelassen sind. Das klingt nach Einschränkung, ist für uns aber eher eine Leitlinie. Alle Aussagen gehen durch ein spezialisiertes Rechtsteam, bevor sie öffentlich werden. Was nicht geht, bleibt weg. Das Marketing will manchmal starke Botschaften, die Wissenschaft liefert Wahrscheinlichkeiten. Diese Spannung aushalten und trotzdem verständlich kommunizieren, das ist die eigentliche Arbeit. Wir diskutieren das intern auch mal hitzig, aber am Ende zählt: Was wir sagen, muss haltbar sein. Redaktion: Arbeiten Sie dabei auch mit externen Fachleuten zusammen? Morof: Unbedingt. Wir haben Kontakte zu Ernährungsexperten, Juristinnen für Lebensmittelrecht, sogar zu kritischen Verbraucherschützerinnen. Es geht uns nicht darum, schönzureden, was wir gerne sagen würden, sondern darum, Aussagen zu finden, die wissenschaftlich tragfähig und rechtlich sauber sind. In gewissem Rahmen führen wir auch eigene Studienprojekte mit Hochschulen durch, um die Wirkung bestimmter Pflanzenextrakte besser zu verstehen. Die Daten veröffentlichen wir transparent. Das ist nicht für PR gedacht, sondern für mehr Sicherheit in unseren Aussagen. Redaktion: Nachhaltigkeit ist in der Branche ein großes Thema. Wie handhaben Sie das bei Powerfabrik? Morof: Bienen gehören zu den drittwichtigsten Nutztieren überhaupt. Sie bestäuben bis zu 80 Prozent unserer Wild- und Nutzpflanzen, und dass sie zunehmend bedroht sind, ist kein Randthema, sondern ein echtes Problem. Wir sehen unsere Verantwortung deshalb nicht nur in der Kommunikation, sondern entlang der gesamten Lieferkette. Biologische Anbauweise, faire Produktionsbedingungen, nachvollziehbare Herkunft. Wir erklären auch, woher ein Rohstoff kommt, wie er verarbeitet wurde und warum er so im Produkt landet, wie er landet. Das ist ebenfalls eine Form von Aufklärung, und sie fängt nicht erst auf der Produktseite an, sondern beim Imker in Neuseeland. Redaktion: Wie reagieren Ihre Kundinnen und Kunden auf diesen eher nüchternen Kommunikationsstil? Morof: Positiv, und das überrascht manche. Aber viele Menschen haben genug von überzogenen Versprechen. Sie wollen Orientierung, keine Heilsbotschaften. Unsere sachliche Sprache ist vielleicht weniger aufregend, aber sie schafft Vertrauen. Und dieses Vertrauen ist langfristig mehr wert als kurzfristige Aufmerksamkeit. Wir stützen uns bewusst auf Kundenstimmen und Beurteilungen, wenn es um Erfahrungsberichte geht. Das ist aus gutem Grund der glaubwürdigere Weg. Wir erleben auch, dass Kunden gezielt wiederkommen, weil sie wissen, dass wir nicht übertreiben. Das ist das Geschäftsmodell, das uns trägt. Redaktion: Gibt es Situationen, in denen Sie sich gegen pauschale Kritik an der Branche verteidigen müssen? Morof: Ab und zu. Wenn Medien pauschal über Gesundheitsversprechen herziehen, geraten wir manchmal mit in den Fokus, obwohl wir genau das vermeiden, was kritisiert wird. Aber das gibt uns auch die Gelegenheit zu zeigen, wie wir es anders machen. Wir liefern dann Belege, zeigen unsere internen Prozesse, erklären unsere Prüfstandards. Und oft merken Leute: Okay, das ist ein anderer Ansatz. Der Markt wird sich differenzieren. Unternehmen, die faktenbasiert arbeiten, werden sich durchsetzen. Der Konsument von heute ist kritischer, besser informiert und verlangt nach nachvollziehbaren Informationen. Das ist eine gute Entwicklung. Redaktion: Was wünschen Sie sich persönlich für die Debatte um Naturprodukte? Morof: Weniger Lagerdenken. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, also entweder unkritische Wellness-Euphorie oder totale Ablehnung. Es gibt viele Grautöne, und genau dort liegt die Wahrheit meistens. Wenn wir es schaffen, dieses Spannungsfeld sachlich zu bespielen, sind wir auf dem richtigen Weg. Das wünsche ich mir für die Branche insgesamt. Und das ist genau das, was wir bei Powerfabrik versuchen: aufklären, ohne zu übertreiben. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück