Die Thüringer Polizei stellt sich vor dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt Anfang Juli auf eine mögliche Eskalation der Proteste ein. Nach einem vertraulichen Lagebild der Landespolizeidirektion, auf das sich der "Spiegel" beruft, wird mit einer hohen abstrakten Gefährdung durch die linksextremistische Szene gerechnet. Insgesamt werden mehr als 50.000 Gegendemonstranten erwartet, von denen der Großteil als friedlich eingeschätzt wird.
Polizei warnt vor erhöhtem Eskalationspotenzial
Die Thüringer Polizei befürchtet laut einem Bericht des „Spiegel“ eine Eskalation der Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Das Magazin beruft sich dabei auf ein vertrauliches Lagebild der Landespolizeidirektion.
Danach rechnet die Polizei rund um den Parteitag Anfang Juli mit einer hohen abstrakten Gefährdung durch die linksextremistische Szene. Insgesamt werden mehr als 50.000 Gegendemonstranten erwartet, die meisten von ihnen friedlich. Laut dem internen Dokument könnten bei den Protesten gegen die AfD jedoch auch 1.000 bis 5.000 linke Extremisten anwesend sein. Die Beamten gehen von einer herausgehobenen Einsatzlage mit deutlich erhöhtem Eskalations- und Gewaltpotenzial aus.
Blockaden rund um Erfurter Messegelände erwartet
Die Polizei richtet sich laut dem Lagebild auf massenhafte Blockadeaktionen ein. Demnach sei damit zu rechnen, dass 6.000 bis 8.000 Menschen versuchen könnten, die Straßen zum Parteitag in der Erfurter Messe zu versperren, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf das interne Papier.
Das Thüringer Landeskriminalamt sieht laut dem Dokument unter ihnen bisher ein Potenzial von bis zu 2.500 Störern der Kategorie Rot. Das bedeute, dass diese Demonstranten womöglich eine hohe Gewaltbereitschaft mitbringen. Ihr Ziel könnte sein, den Parteitag der AfD möglichst ganz zu verhindern, indem die Delegierten den Sitzungssaal gar nicht erreichen.
