# Politiker warnen vor iranischen Terrornetzwerken und Anschlagsplänen in Deutschland Datum: 13.07.2026 06:14 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/politiker-warnen-vor-iranischen-terrornetzwerken-und-anschlagsplaenen-in-deutschland-731760/ --- Sicherheitspolitiker von Union, SPD und Grünen warnen vor einer zunehmenden Anschlagsgefahr durch iranische Netzwerke in Deutschland. Anlass ist die Veröffentlichung einer iranischen „Vergeltungsliste“, auf der auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) genannt wird. Mehrere Innen- und Sicherheitspolitiker sprechen von einer verschärften Bedrohungslage und fordern ein härteres Vorgehen gegen mutmaßliche Strukturen des iranischen Regimes in Deutschland. ## Warnungen vor Anschlägen iranischer Netzwerke CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter sagte dem „Handelsblatt“, er gehe davon aus, „dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in Deutschland plane und vorbereite“. Das Risiko sei groß, dass iranische Dienste und ihre Netzwerke auch in Deutschland Anschläge verübten. Teheran greife dabei auf verbündete Strukturen zurück. Das Regime nutze „Hisbollah-nahe oder andere schiitisch-extremistische Netzwerke“, so Kiesewetter gegenüber dem „Handelsblatt“. Die Veröffentlichung der „Vergeltungsliste“ stuft Kiesewetter als gezielten Versuch ein, Angst zu schüren. Die Veröffentlichung der Liste sei „ein gezielter Einschüchterungsversuch“. Umso unverständlicher sei es aus seiner Sicht, „dass man iranische `Diplomaten` nicht längst ausgewiesen habe, sondern eher auf Appeasement setze“. ### „Neue Qualität der Bedrohung“ Auch Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz warnte vor einer Zuspitzung der Lage. Eine solche Listung durch eine iranische Zeitung geschehe „mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht ohne Billigung oder gar im direkten Auftrag des Mullah-Regimes“, sagte er dem „Handelsblatt“. Das Risiko, dass iranische Nachrichtendienste bei Vergeltungsaktionen auf Stellvertreter in Deutschland zurückgriffen, sei „äußerst real“. Insbesondere Hisbollah-nahe Strukturen müssten nach den Worten von Notz stärker in den Blick genommen werden. ### Verschärfte Bedrohungslage für Sicherheitsbehörden SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler sieht ebenfalls eine verschärfte Bedrohungslage. Als mögliche Akteure nannte er dem „Handelsblatt“ zufolge „extremistische Strukturen, kriminelle Netzwerke und bezahlte Gewalttäter“. Auch über das Internet angeworbene Personen kämen infrage. „Die angeworbenen Personen würden dabei häufig ihre konkreten Auftraggeber und die Hintergründe nicht kennen“, sagte Fiedler dem „Handelsblatt“. Entsprechend groß sei die Herausforderung für die Sicherheitsbehörden. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück