# Plastiksteuer ab Juli 2027 geplant Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-05T15:02:09+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-05T15:02:13+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/plastiksteuer-ab-juli-2027-geplant-763341/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Bundesregierung will zum 1. Juli 2027 eine Steuer auf Plastikverpackungen einführen. Das Bundesfinanzministerium rechnet mit Mehreinnahmen von 670 Millionen Euro im kommenden Jahr und 1,505 Milliarden Euro 2028. Wirtschaftsverbände fordern ein Stopp des Schnellverfahrens. ## Steuer auf Kunststoffverpackungen Laut dem Entwurf eines Kunststoffverpackungsteuergesetzes, über den die Zeitung "Welt" berichtet, heißt es zur Begründung: "Mit der Steuer sollen zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt generiert werden. Sie kann zugleich zur Verringerung des Verbrauchs von Kunststoffverpackungen beitragen". Grundsätzlich sollen Kunststoffverpackungen, -folien sowie Verbundverpackungen mit einem Kunststoffanteil von mehr als fünf Prozent besteuert werden. Die Höhe bemisst sich am Gewicht des enthaltenen Kunststoffs. "Sie beträgt für 1.000 Kilogramm Kunststoff 550,00 Euro". ### Entlastung für Rezyklate und Kritik am Verfahren Mit der Steuer soll ein Preissignal für weniger Kunststoffverpackungen gesetzt werden. Die Bundesregierung plant, Rezyklate zu entlasten: "Kunststoffverpackungen, die aus recyceltem Kunststoff hergestellt wurden, können auf Antrag von der Steuer entlastet werden". Wirtschaftsverbände und der Zoll fordern Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU), das Gesetzgebungsverfahren zu stoppen. In einem Schreiben an das Kanzleramt, aus dem die „Welt“ berichtet, heißt es: „Eine neue Verbrauchsteuer dieser Tragweite darf nicht im Eilverfahren im Windschatten des Haushaltsverfahrens beschlossen werden. Wir bitten Sie deshalb, das vorgesehene Schnellverfahren zu stoppen und – sollte die Bundesregierung an dem Vorhaben festhalten – ein eigenständiges, transparentes und ergebnisoffenes Gesetzgebungsverfahren sicherzustellen“. ### Unterstützung durch Verbände Unterzeichnet wurde das Schreiben von acht Organisationen, darunter der Handelsverband HDE, der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) sowie die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ). Sie kritisieren, dass der Entwurf als Formulierungshilfe direkt den Fraktionen von CDU/CSU und SPD zugeleitet werden soll, um den Prozess zu beschleunigen – ähnlich wie bei der geplanten Zuckersteuer. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück