# Philologenverband verlangt strenge Regeln für Smartphones und Social Media Datum: 08.06.2026 15:50 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/philologenverband-verlangt-strenge-regeln-fuer-smartphones-und-social-media-720440/ --- Der Deutsche Philologenverband (DPhV) dringt vor der anstehenden Bildungsministerkonferenz auf verbindliche Regeln für die Nutzung privater Smartphones an Schulen und für den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit sozialen Medien. In einer Erklärung fordert der Verband klare rechtliche Vorgaben und einen umfassenden Schutz von Minderjährigen in der digitalen Welt, wie die „Welt“ berichtet. ## Forderung nach klaren Regeln für Smartphones an Schulen Mit Blick auf die bevorstehende Bildungsministerkonferenz und die für Ende Juni erwarteten Handlungsempfehlungen der unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ verlangt der Deutsche Philologenverband (DPhV) „klare Empfehlungen zu privaten Smartphones in Schulen und verbindliche Regelungen zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Social Media“. Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen müssten dabei „altersangemessen betrachtet und umfassend über die Schule hinaus geregelt werden“, heißt es in einer Erklärung, über die die „Welt“ berichtet. Die Nutzung von privaten Smartphones während der Schulzeit müsse „verbindlich“ geregelt werden, heißt es darin weiter. „Schulen brauchen einen rechtlich abgesicherten Rahmen, der nicht von Schule zu Schule neu ausgehandelt werden muss.“ Dass dies möglich sei, zeige etwa das Beispiel Schleswig-Holstein, wo seit August 2025 für die Jahrgangsstufen eins bis neun ein schulweites Nutzungsverbot für private Endgeräte außerhalb pädagogischer Zwecke und Notfälle gelte. ### Hinweis auf neurowissenschaftliche Befunde Die DPhV-Vorsitzende Lin-Klitzing verwies zur Begründung auf Erkenntnisse der Forschung. „Die neurowissenschaftlichen Befunde zeigen eindeutig: Das für Impulskontrolle und Reflexion zuständige Hirnareal ist bei Jugendlichen noch in der Reifung – während die dopamingesteuerten Belohnungsreaktionen, die soziale Medien und Messaging-Dienste gezielt aktivieren, bereits voll ausgeprägt sind“, sagte die DPhV-Vorsitzende Lin-Klitzing. Bereits 60 Prozent der Schüler hätten ein suchtähnliches Nutzungsverhalten. „Es ist keine allein pädagogische Frage – es braucht einen politisch-gesamtgesellschaftlichen Maßnahmenkatalog, damit auch die Schulen erfolgreicher darauf reagieren können.“ ### Erwartungen an Expertenkommission und Plattform-Anbieter Der Philologenverband erwartet nach eigenen Angaben, dass die anstehenden Handlungsempfehlungen der Expertenkommission den Umgang mit sozialen Medien „klar adressieren“. „Die Plattform-Anbieter müssen gesetzlich verpflichtet werden, suchtfördernde Mechanismen für Minderjährige abzuschalten, Altersbeschränkungen technisch wirksam durchzusetzen und für Schäden zu haften, die durch ihr Produktdesign entstehen“, forderte Lin-Klitzing. „Wer Kinder schützen will, muss vor allem die regulieren, die von ihrer Aufmerksamkeit profitieren.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück