# Patientenschützer fordert Verbot kommerzieller Sterbehilfe in Deutschland Datum: 03.04.2026 00:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/patientenschuetzer-fordert-verbot-kommerzieller-sterbehilfe-in-deutschland-699120/ --- Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, fordert ein Verbot kommerzieller Sterbehilfe in Deutschland. Er warnt vor einer stark zunehmenden Zahl organisierter, bezahlter assistierter Suizide und kritisiert einen gesellschaftlichen Diskurs, der Pflege und Alter als Last darstelle. Zugleich bemängelt er eine auf Kostengesichtspunkte verengte Debatte über die Finanzierung des Gesundheitssystems, von der aus seiner Sicht vor allem Sterbehilfe-Anbieter profitieren. ## Patientenschützer warnt vor wachsendem Markt für Sterbehilfe Eugen Brysch, Vorsitzender der Stiftung Patientenschutz, hat die Bundesregierung aufgefordert, kommerzielle Sterbehilfe zu verbieten. „Immer mehr Sterbehilfe-Anbieter drängen auf den Markt“, sagte Brysch der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Selbst Bestatter und Ärzte tun sich zusammen und steigen in das Geschäftsmodell der organisierten, bezahlten Selbsttötung ein.“ Nach Darstellung von Brysch gebe es eine deutliche Zunahme entsprechender Angebote. „Schon jetzt werden mindestens 1.300 organisierte assistierte Suizide pro Jahr gezählt“, sagte er der „Rheinischen Post“. „Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein, da selbst Einzelunternehmer aktiv sind.“ ### Forderung nach gesetzlicher Regelung Der Bundestag sei „dringend aufgefordert, den Profit mit der Selbsttötungs-Assistenz endlich zu verbieten“, so der Patientenschützer gegenüber der „Rheinischen Post“. „Ebenso muss das Handeln des einzelnen Sterbehelfers strafrechtlich in den Blick genommen werden. Er hat zweifelsfrei sicherzustellen, dass der Suizid selbstbestimmt gewünscht wird und die Entscheidung ohne Einfluss sowie Druck seitens Dritter zustande kommt. Eine gesetzliche Regelung aus der Mitte des Parlaments ist überfällig.“ Es gelte aus Sicht von Brysch, mehr Transparenz zu schaffen. „Die Fälle müssen systematisch in der Sterbestatistik erfasst werden. Solche Zuwachsraten in wenigen Jahren sind in Europa beispiellos. Verantwortlich dafür ist auch ein gesellschaftlicher Diskurs, der Pflege und Alter nur noch als Last definiert“, sagte er der „Rheinischen Post“. ### Kritik an Gesundheitsdebatte und „Geschäftsmodell mit dem Tod“ Brysch kritisierte darüber hinaus die aktuelle Debatte über die Finanzierung des Gesundheitssystems. „Selbst bei der Finanzreform der Krankenkassen wird ausschließlich über Geld, aber nicht mehr über Inhalte geredet. Bei den Betroffenen, oft betagten Menschen, die nicht akut sterbend sind, kommt eine solche kalte Kostenrechnung an“, sagte er der „Rheinischen Post“. Nach seinen Angaben führt dies zu Vorteilen für Sterbehilfe-Anbieter. „Davon profitieren vor allem die Selbsttötungsanbieter. Das Geschäftsmodell mit dem Tod spült heute schon jährlich mehr als sechs Millionen Euro in ihre Kassen“, sagte Brysch der „Rheinischen Post“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück