# Pandemie: Mütter arbeiteten weniger, Väter mehr Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-25T18:52:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-25T18:52:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/pandemie-muetter-arbeiteten-weniger-vaeter-mehr-747407/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Schulschließungen in der Pandemie führten bei Müttern von Grundschulkindern zu einer Reduzierung der Arbeitszeit. Bei Vätern stieg die Beschäftigungswahrscheinlichkeit sogar. Das zeigt eine aktuelle DIW-Studie auf Basis von SOEP-Daten aus den Jahren 2019 bis 2021. ## Vollzeitbeschäftigung sank bei Müttern um 4,8 Prozent Laut der Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin sank bei Müttern von Kindern im Grundschulalter die Wahrscheinlichkeit einer Vollzeitbeschäftigung um 4,8 Prozent. Die Gesamtbeschäftigung blieb den Angaben zufolge jedoch gleich, da die Betroffenen ihre Arbeitszeit reduzierten, ohne die Erwerbstätigkeit vollständig aufzugeben. Unter Vätern stieg die Wahrscheinlichkeit, in Voll- oder Teilzeit beschäftigt zu sein, dagegen um 5,2 Prozent – mutmaßlich, um die Einkommensverluste des Haushalts auszugleichen. ### Familienstand und Kinderalter beeinflussten den Effekt Der Effekt war bei verheirateten Paaren mit nur Grundschulkindern deutlicher ausgeprägt als bei unverheirateten Paaren derselben Gruppe. Studienautor Markus Grabka interpretiert dies als Hinweis darauf, dass verheiratete Paare sich eher an klassischen Rollenbildern orientieren. Bei Familien mit älteren Kindern waren laut DIW vergleichbare Effekte nicht zu beobachten, möglicherweise weil ältere Kinder in Betreuungsaufgaben eingebunden wurden. Ob die betroffenen Mütter ihre Arbeitszeit nach Ende der Schulschließungen wieder erhöhten, wurde nicht untersucht. ### Forderung nach besseren Rahmenbedingungen Grabka warnt, dass die Pandemie bestehende Ungleichheiten im Erwerbsleben verstärken könnte. Frauen seien bereits in vielen Bereichen benachteiligt, etwa bei Lohnungleichheit oder Rentenansprüchen. Wenn vor allem Frauen in Krisensituationen ihre Erwerbstätigkeit reduzierten, habe dies eine strukturelle Dimension. Er betont, dass Rahmenbedingungen so gestaltet sein sollten, dass beide Elternteile auch in Krisensituationen ihre Erwerbstätigkeit im gewünschten Umfang aufrechterhalten können. Der Ausbau von Ganztagsschulen sei ein wichtiger Schritt, der finanziell ausreichend unterlegt und von den Ländern umgesetzt werden müsse. Auch Arbeitgeber seien gefordert: Mehr hybrides Arbeiten und Homeoffice könnten Müttern helfen, Familie und Beruf besser zu vereinen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück