# Ost-CDU gegen Rentenreform: Widerstand der Ministerpräsidenten Datum: 30.07.2026 15:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/ost-cdu-gegen-rentenreform-widerstand-der-ministerpraesidenten-737084/ --- Kretschmer, Schulze und Voigt lehnen Abschaffung der Rente nach 45 Jahren ab. Die drei CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland positionieren sich gegen zentrale Punkte der geplanten Rentenreform der Bundesregierung. Michael Kretschmer (Sachsen), Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) und Mario Voigt (Thüringen) lehnen insbesondere die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ab, wie die Berliner Zeitung berichtet. In einem gemeinsamen Positionspapier betonen sie, dass dieser Grundsatz für den Osten unverzichtbar sei, da die gesetzliche Rente dort oft die einzige Alterssicherung darstelle. ## Ostdeutschland trifft Rentenreform besonders hart Betriebsrenten und private Vorsorge seien in Ostdeutschland seltener verbreitet als im Westen, heißt es in dem Papier. Zudem verweisen die Regierungschefs auf die demografische Entwicklung: Was Deutschland insgesamt bevorstehe, erlebten die ostdeutschen Länder bereits heute – mit niedrigeren Einkommen, selteneren Erbschaften und einer älteren Bevölkerung. Die Rentenkommission hatte im Juni 2026 empfohlen, die Regelung abzuschaffen und stattdessen das Renteneintrittsalter schrittweise an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, bis zu 67,5 Jahre im Jahr 2041. ### Ministerpräsidenten gegen höhere Pflegekosten Die Ministerpräsidenten fordern stattdessen Übergangsfristen, die ostdeutsche Erwerbsbiografien berücksichtigen. Zudem kritisieren sie geplante Änderungen in der Pflege, die den Eigenanteil erhöhen würden. Hier schlagen sie vor, die Belastung an die individuelle Leistungsfähigkeit anzupassen und die häusliche Pflege zu stärken. ### Länder fordern Mitsprache bei Reformen Wie der Spiegel berichtet, sehen sich die drei als „Frühwarnsystem der Republik“ und fordern, dass die Länder frühzeitig in bundesweite Reformen einbezogen werden. Kritiker verweisen darauf, dass besonders Frauen und Geringverdiener durch die Abschaffung der Rente nach 45 Jahren benachteiligt würden, da sie die Beitragszeit seltener erreichen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück