# Null Prozent Mehrwertsteuer auf Lebensmittel: Geringe Entlastung, hohe Kosten Datum: 28.03.2026 10:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/null-prozent-mehrwertsteuer-auf-lebensmittel-geringe-entlastung-hohe-kosten-696811/ --- Die diskutierte Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel würde Privathaushalte nach Berechnungen von Wirtschaftsforschern nur in begrenztem Umfang entlasten, hätte aber deutliche Folgen für den Staatshaushalt. Während Experten von einer Ersparnis im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Monat ausgehen, rechnen sie zugleich mit Mindereinnahmen in Milliardenhöhe für den Fiskus. Zudem äußern sie Zweifel, dass der Handel eine Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergeben würde. ## Begrenzte Entlastung für Verbraucher Der Ökonom Tobias Hentze vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt die mögliche Entlastung für private Haushalte durch eine Streichung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel als eher moderat ein. Die diskutierte Maßnahme würde demnach jeden Privathaushalt monatlich um einen niedrigen zweistelligen Euro-Betrag entlasten. „Über einen Monat gerechnet könnte sich die Ersparnis auf 15 bis 30 Euro je nach Haushaltsgröße und Kaufverhalten belaufen“, sagte Hentze dem „Welt“. Für den Staat geht Hentze von deutlichen Ausfällen aus. „Mindereinnahmen von bis zu 16 Milliarden Euro pro Jahr“, wären seinen Berechnungen zufolge die Folge. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Steuerexperte Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Bei seiner Pro-Kopf-Betrachtung sagte er: „Man kann pro Kopf von einer Größenordnung an Ersparnis von 15 bis 20 Euro pro Monat ausgehen“, und ergänzte: „Für den Fiskus wäre mit einem Verlust von 17 Milliarden Euro im Jahr zu rechnen.“ Die Zitate gab Heinemann dem ZEW zufolge ab. ### Zweifel an vollständiger Weitergabe durch den Handel Die beiden Wirtschaftsforscher äußerten zugleich Zweifel daran, dass eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes von sieben auf null Prozent bei Lebensmitteln vom Handel vollständig an die Kunden weitergegeben würde. „Ich würde damit rechnen, dass bei den Verbrauchern etwa die Hälfte bis drei Viertel der Steuersenkung ankommen“, sagte Heinemann laut ZEW. Auch beim IW geht man davon aus, dass sich ein Teil der Senkung nicht in den Ladenpreisen niederschlagen würde. „Mitnahmeeffekte sind wahrscheinlich, da eine solche Steuersenkung bei vielen Produkten lediglich kleine Cent-Beträge ausmachen würde“, sagte Hentze dem „Welt“. In jedem Fall schwinde der Effekt recht schnell, da die Preise mit Verweis auf höhere Produktions- oder Lohnkosten angepasst würden. ### Vorschlag aus der Unionsfraktion Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hatte eine komplette Streichung der Steuer für Grundnahrungsmittel ins Spiel gebracht. „In einem Gesamtpaket kann ich mir gut vorstellen, die Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel auf null zu senken“, sagte Spahn der „Welt am Sonntag“. „Damit könnten wir auch etwas gegen die Inflation tun, die im Zuge des Iran-Kriegs wieder anzieht, weil Öl und Kraftstoffe teurer werden.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück