# NRW blockiert Mikrohandel in Suchthilfezentren Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-01T18:52:10+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-01T18:52:15+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/nrw-blockiert-mikrohandel-in-suchthilfezentren-750267/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die nordrhein-westfälische Landesregierung lehnt den Vorstoß der Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf ab, den Mikrohandel mit illegalen Drogen in Suchthilfezentren zu tolerieren. Die Städte hatten ein Pilotprojekt nach Schweizer Vorbild gefordert. ## Kritik aus Düsseldorf und Köln Das Gesundheits- und das Innenministerium stehen dem sogenannten Mikrohandel "grundsätzlich kritisch gegenüber", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) der FAZ. Würde der Staat diesen tolerieren, „dann würde der Staat damit einen wesentlichen ordnungs- und drogenpolitischen Grundsatz relativieren, nämlich das Verbot des Rauschgifthandels“. Aus dem Gesundheitsministerium hieß es weiter: Durch Mikrohandel „würde letztlich ein legaler Absatzmarkt für einen Geschäftszweig der Organisierten Kriminalität geschaffen“. ### Forderung nach Pilotprojekt Im Mai hatten sich die Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD, Köln) und Stephan Keller (CDU, Düsseldorf) an die schwarz-grüne Landesregierung gewandt, den Mikrohandel in Suchthilfezentren zu erlauben. Mitte Juni boten sie in der FAZ an, Köln und Düsseldorf könnten als bundesweite Pionierstädte agieren. Vorbild soll das bereits in den 1990er-Jahren entwickelte „Zürcher Modell“ sein. ### Enttäuschung und neuer Vorstoß Ein Sprecher Burmesters betonte, es müsse wie in der Schweiz darum gehen, Vorkehrungen zu treffen, dass in den Konsum- und Anlaufstellen kein Dealen stattfinde. Keller zeigte sich enttäuscht: "Wir tolerieren den Handel doch schon heute Tag für Tag auf den Straßen unserer Stadt." Mit den bisherigen rechtlichen Möglichkeiten kämen die Städte den Folgen der Crack-Welle nicht mehr bei, "Deswegen fordern wir nach wie vor Lösungsvorschläge von der Landes- und Bundespolitik". Er und Burmester planen nun einen neuen Anlauf über den Deutschen Städtetag. "Ich gehe allerdings davon aus, dass die Crack-Problematik mittlerweile auch in Berlin so sichtbar ist, dass dort idealerweise aus eigenem Antrieb gehandelt wird." --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück