# Niedersachsen fordert Schutz für Kinder in sozialen Medien Datum: 11.08.2026 07:42 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/niedersachsen-fordert-schutz-fuer-kinder-in-sozialen-medien-741745/ --- Niedersachsens Sozialminister Andreas Philippi will das Jugendarbeitsschutzgesetz reformieren, um Kinder und Jugendliche in sozialen Medien besser zu schützen. Über den Bundesrat soll ein neuer Vorstoß gestartet werden. Der SPD-Politiker kritisiert veraltete Regelungen und fordert klare Vorgaben für Aufsicht, Plattformen und Eltern. ## Veraltete Regelungen und wachsende Praxis "Das Jugendarbeitsschutzgesetz aus dem Jahr 1976 wird weder von den Begrifflichkeiten noch von den rechtlichen Anforderungen den heutigen modernen Arbeitsformen gerecht". Das gilt besonders für die Darstellung von Kindern in sozialen Medien, sagte der SPD-Politiker. Kinder präsentierten sich dort selbst oder würden meist von den Eltern präsentiert. Auch in Deutschland gebe es immer mehr Online-Kanäle oder Accounts, die mit Kindern als Darstellern betrieben würden. "Häufig werden die Videos mit dokumentarischem Charakter mit Werbesequenzen davor oder danach verbunden, oder es werden darin Produkte platziert, um damit Einnahmen zu generieren." Mit der Darstellung von Kindern in sozialen Medien werde viel Geld verdient und Kinderrechte seien hierbei nicht ausreichend gewahrt. ### Forderungen an Bund und Plattformen "Um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sicherstellen zu können, müssen die Aufsichtsbehörden in die Lage versetzt werden, die erforderlichen Schutzmaßnahmen anordnen und umsetzen zu können". Philippi forderte die Bundesregierung auf, im Jugendarbeitsschutzgesetz die Voraussetzungen zu schaffen, dass Aufsichtsbehörden die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen auch bei Betätigungen in sozialen Medien umsetzen können. "Auch herrscht immer noch Rechtsunsicherheit, unter welchen Umständen Sorgeberechtigte sich selbst die Einwilligung erteilen können, Bilder, Videos und sonstige Informationen über ihre Kinder in sozialen Medien im Internet zu teilen." Das führe zu Verunsicherung. "Wir brauchen eindeutigere und leichter anwendbare Regelungen für die wirksame Einwilligung der Sorgeberechtigten in die Veröffentlichung persönlicher Daten ihres Kindes". "Auch die Anbieter sozialer Medien müssen wir in den Blick nehmen und auf eine wirksame Durchsetzung von Löschpflichten im Hinblick auf persönlichkeitsrechtsverletzende Veröffentlichungen, Verstöße gegen Normen des Jugendarbeitsschutzes und bei der Verletzung von Impressumspflichten hinwirken." Entsprechende gesetzliche Verpflichtungen könne der Bund im Digitale-Dienste-Gesetz umsetzen. "Kinder und Jugendliche müssen besser geschützt werden. Ich erwarte vom Bund, dass zeitnah eine Änderung des Jugendarbeitsschutzgesetzes auf den Weg gebracht wird." --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück