# Neuer Tankrabatt: Kritik an Gießkannenprinzip wächst Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-19T14:47:20+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-19T14:47:20+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/neuer-tankrabatt-kritik-an-giesskannenprinzip-waechst-757587/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bund und Länder einigen sich auf 17 Cent Rabatt – Experten warnen vor Fehlsteuerung. Bund und Länder haben sich auf ein neues Entlastungspaket für Autofahrer geeinigt. Ab Oktober soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter gesenkt werden, was zusammen mit der Umsatzsteuer eine Entlastung von 17 Cent ergibt. Für die Maßnahme stellen Bund und Länder rund 2,5 Milliarden Euro bereit, wie der Spiegel und die Welt berichten. Spätestens ab Januar 2027 ist zudem ein Spritpreisdeckel als Kriseninstrument geplant, der sich an den Modellen Luxemburgs oder Belgiens orientieren soll. ## Verbraucherschützer kritisieren Tankrabatt als teuer Die Kritik an den Plänen ist jedoch groß. Verbraucherschützerin Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband bezeichnete den Tankrabatt als „teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau“, wie die FAZ zitiert. Stattdessen seien gezielte Hilfen für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen nötig. Auch der Sozialverband SoVD sieht Gießkannenlösungen wie den Tankrabatt kritisch, begrüßt aber den geplanten Preisdeckel als sinnvolle Maßnahme. ### Grüne warnen vor Subventionierung der Ölkonzerne Besonders scharf äußern sich die Grünen. Fraktionsvize Andreas Audretsch nannte die Rückkehr des Tankrabatts im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland „Wahnsinn“. Er warnte, dass ein Großteil der Entlastung bei den Ölkonzernen lande, und forderte stattdessen ein direktes Energiegeld sowie eine Senkung der Stromsteuer. Auch Greenpeace-Expertin Marissa Reiserer kritisierte, dass der Rabatt die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht verringere, sondern die Gewinne der Ölkonzerne steigere. ### Wirtschaftsexperten fürchten Knappheiten durch Preisdeckel Wirtschaftsexperten wie Clemens Fuest vom Ifo-Institut und Monika Schnitzer, Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, sehen die Maßnahmen ebenfalls skeptisch. Fuest betonte, die Steuersenkung profitiere auch wohlhabenden Autofahrern, während Schnitzer warnte, ein Preisdeckel könne zu Knappheiten oder sogar höheren Preisen führen, wie in Belgien und Luxemburg beobachtet, wie die FAZ berichtet. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte sich gegen einen Preisdeckel ausgesprochen und vor negativen Folgen für die Raffineriewirtschaft gewarnt. ### Linke nennt Entlastungen Bankrotterklärung der Regierung Die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek bezeichnete die Entlastungen als „Bankrotterklärung“ der Regierung. Der Spritpreisdeckel komme möglicherweise erst im Januar, was sie als unzureichend kritisierte. Auch sie sah in dem Tankrabatt eine Subventionierung der Ölkonzerne, wie die Welt schreibt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) betonte hingegen, die Senkung solle so schnell wie möglich umgesetzt werden. Die Bundesregierung kündigte an, die Preisentwicklung weiter zu beobachten und bei Bedarf zusätzliche zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen. Zudem solle ein einkommensbezogener Direktauszahlungsmechanismus geschaffen werden, um Haushalte mit geringem Einkommen gezielt zu entlasten. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück