# Namensvetter offenbar ohne Namensrechte: VW-Werk Osnabrück geht doch nach Israel Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-08T12:47:24+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-08T13:15:44+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/namensvetter-offenbar-ohne-namensrechte-vw-werk-osnabrueck-geht-doch-nach-israel-753114/ Kategorie: Aktuell --- Der Käufer des Volkswagen-Werks Osnabrück kommt nicht aus München, sondern aus Israel. Hinter dem Namen Aurelius steckt nicht der bekannte Finanzinvestor AURELIUS, sondern die israelische Investmentgesellschaft Aurelius Capital. Gegenüber der HASEPOST stellte der Namensvetter nicht nur klar, mit dem Kauf nichts zu tun zu haben – sondern erklärte zugleich, dass die Israelis den Namen AURELIUS in Europa gar nicht nutzen dürften: „Der gehört uns.“ Dass es zunächst zu einer [Verwechslung](https://hasepost.de/volkswagen-osnabrueck-soll-mit-ruestung-jetzt-fuer-rendite-eines-finanzinvestors-sorgen-752254/) kam, lag allerdings nicht nur am identischen Namen. Die „WirtschaftsWoche“, die den Einstieg von Aurelius am Sonntag zuerst öffentlich gemacht hatte, bezeichnete den Investor ausdrücklich als „in München gegründet“. Damit deutete der Bericht selbst auf die in Deutschland bekannte AURELIUS-Gruppe. Erst mit den offiziellen Mitteilungen am Montag wurde deutlich, dass tatsächlich die israelische Aurelius Capital aus Tel Aviv gemeint ist. ## Aurelius: „Wir sind aber nicht die Käufer“ Gegenüber der HASEPOST stellte ein Sprecher der AURELIUS-Gruppe unmissverständlich klar: „Wir sind aber nicht die Käufer. Das ist unser Namensvetter in Israel – bei denen sollten Sie sich erkundigen.“ Damit steht fest: Hinter dem geplanten Einstieg beim Volkswagen-Werk steckt ein völlig anderes Unternehmen als zunächst nicht nur von uns, sondern auch von anderen Medien und Teilen der Betroffenen angenommen. Inzwischen bestätigt auch Volkswagen ausdrücklich, dass Aurelius Capital aus Tel Aviv gemeinsam mit dem Land Niedersachsen die Volkswagen Osnabrück GmbH übernehmen soll. Aurelius ist dabei als Mehrheitseigentümer vorgesehen, Niedersachsen soll beteiligt bleiben. Die drei Partner haben sich zunächst auf Eckpunkte für einen möglichen Verkauf verständigt. ### WirtschaftsWoche hatte am Sonntag noch nach München verwiesen In der Sonntagsfassung ihres Berichts schrieb die „WirtschaftsWoche“ ausdrücklich von einem „in München gegründeten Investor Aurelius Capital Fund“. Diese Beschreibung passte zur bekannten deutschen AURELIUS-Gruppe und nicht zu Aurelius Capital aus Tel Aviv. Auch deshalb lag es nahe, den deutschen Finanzinvestor hinter dem Osnabrück-Deal zu vermuten. Mit den offiziellen Mitteilungen vom Montag wurde diese Einordnung bei der ursprünglichen Quelle kommentarlos korrigiert: Gemeint ist die israelische Aurelius Capital. Volkswagen selbst spricht bislang noch von einem „möglichen Verkauf“. Die nun vereinbarten Eckpunkte müssen also noch in einen endgültigen Vertrag überführt werden. ### Deutscher Namensvetter: „Der Name AURELIUS gehört uns“ Fast noch bemerkenswerter als die Klarstellung zur Identität des Käufers ist allerdings ein weiterer Satz aus der Stellungnahme des deutschen AURELIUS-Unternehmens gegenüber der HASEPOST: „Und wenn Sie da jemand an die Strippe bekommen – sagen Sie denen gerne, dass sie den Namen AURELIUS in Europa nicht nutzen dürfen. Der gehört uns.“ Damit deutet sich möglicherweise bereits das nächste Problem für den künftigen Osnabrücker Mehrheitseigentümer an. Nach Darstellung der deutschen AURELIUS-Gruppe besitzt der israelische Namensvetter keine Rechte, den Namen AURELIUS in Europa für seine Geschäftstätigkeit zu verwenden. Ob diese Rechtsauffassung im konkreten Fall tatsächlich durchsetzbar ist, müsste gegebenenfalls markenrechtlich geklärt werden. Die Aussage des Münchner Unternehmens ist zunächst dessen Rechtsposition – keine bereits gerichtlich festgestellte Tatsache. ### HASEPOST fragt bei Aurelius Capital in Tel Aviv nach Die HASEPOST-Redaktion hat Aurelius Capital inzwischen mit der Aussage des deutschen Namensvetters konfrontiert und um Stellungnahme gebeten. Dabei wollten wir unter anderem wissen, ob dem israelischen Investor die von der deutschen AURELIUS-Gruppe geltend gemachten Namensrechte bekannt sind und wie das Unternehmen künftig im Zusammenhang mit dem Osnabrücker Projekt unter seinem Namen in Deutschland auftreten will. Eine Antwort aus Tel Aviv lag bis zur Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht vor. ### Zwei Aurelius – aber völlig unterschiedliche Unternehmen Die deutsche AURELIUS-Gruppe ist seit vielen Jahren darauf spezialisiert, Unternehmensteile aus großen Konzernen herauszulösen und unter neuer Eigentümerschaft weiterzuführen. Genau deshalb schien das Volkswagen-Werk Osnabrück zunächst geradezu ein typischer Fall für den Münchner Finanzinvestor zu sein. Die israelische Aurelius Capital verfolgt dagegen einen anderen Schwerpunkt und tritt im Zusammenhang mit Osnabrück als Investor für den Aufbau eines neuen Sicherheits- und Verteidigungsstandorts auf. Die bisherigen Einordnungen zur deutschen AURELIUS-Gruppe müssen deshalb korrigiert werden. Deren Erfahrungen mit Beteiligungen wie Hüppe, The Body Shop oder anderen Konzernabspaltungen haben mit dem künftigen Osnabrücker Mehrheitseigentümer nichts zu tun. ### Aus dem VW-Werk soll ein Rüstungsstandort werden Aurelius Capital und das Land Niedersachsen wollen das Werk in den kommenden Jahren zu einem „Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen“ entwickeln. Als erstes Ankerprojekt ist die bereits länger bekannte Zusammenarbeit mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems vorgesehen. Weitere industrielle Partnerschaften und Projekte sollen folgen. Damit bestätigt sich eine Entwicklung, über die HASEPOST seit Monaten berichtet: Aus dem traditionsreichen Osnabrücker Automobilstandort soll nach dem Ende der Produktion des T-Roc Cabriolets ein Schwerpunkt für Sicherheits- und Verteidigungstechnik werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück