# Nach Tod einer Radfahrerin: Initiativen erhöhen Druck auf Stadt Osnabrück Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-21T09:00:45+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-21T09:01:03+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/nach-tod-einer-radfahrerin-initiativen-erhoehen-druck-auf-stadt-osnabrueck-745608/ Kategorie: Aktuell --- Nach dem [tödlichen Verkehrsunfall an der Kreuzung Narupstraße/Karmannstraße](https://hasepost.de/nach-toedlichem-fahrradunfall-in-osnabrueck-lidl-parkplatz-rueckt-in-den-fokus-der-ermittlungen-745546/) fordern drei Osnabrücker Initiativen Konsequenzen von der Stadt. Fridays for Future Osnabrück, Kettenreaktion Osnabrück und das Unordnungsamt Osnabrück verlangen unter anderem eine sofortige Sicherung der Kreuzung und die Umsetzung einer bereits 2022 vom Rat beschlossenen Analyse aller Radverkehrsunfälle. ## Radfahrerin stirbt nach Unfall Am Dienstagmorgen (18. August) war eine Radfahrerin an der Kreuzung Narupstraße/Karmannstraße von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt worden. Die Frau starb später im Krankenhaus. Der Fahrer oder die Fahrerin flüchtete nach dem Zusammenstoß, die Polizei fahndet weiterhin nach dem Fahrzeug. Die drei Initiativen sprechen den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen ihr Mitgefühl aus und fordern eine konsequente Aufklärung des Unfalls. ### Bereits Unfälle in den Jahren 2022 und 2024 Dabei richten sie ihren Blick auch auf die Kreuzung selbst. Nach Angaben der Initiativen weist der amtliche Unfallatlas dort bereits für die Jahre 2022 und 2024 jeweils einen Unfall mit Fahrradbeteiligung und Leichtverletzten aus. Einschließlich des aktuellen Todesfalls seien damit innerhalb von vier Jahren mindestens drei entsprechende Unfälle bekannt. Die Initiativen stellen deshalb die Frage, ob die früheren Unfälle ausreichend untersucht wurden und mögliche Konsequenzen für die Gestaltung der Kreuzung gezogen worden sind. ### Streit um Beschluss aus dem Jahr 2022 Hintergrund der Kritik ist ein Beschluss des Osnabrücker Rates aus dem Juli 2022. Im Rahmen des Radentscheids wurde beschlossen, sämtliche Radverkehrsunfälle durch eine Verkehrssicherheitskommission detailliert analysieren zu lassen. Sollte die Infrastruktur einen Unfall verursacht oder begünstigt haben, sollten zunächst kurzfristige und anschließend dauerhafte Verbesserungen folgen. Nach Darstellung der Initiativen wurde dieses Verfahren von der Stadt später wegen fehlender personeller Ressourcen nicht weitergeführt, obwohl der Ratsbeschluss nicht aufgehoben worden sei. Stattdessen habe die Verwaltung auf die bereits bestehende Unfallkommission der Polizei verwiesen, die sich allerdings mit statistischen Unfallhäufungsstellen beschäftigt. ### Initiativen fordern Konsequenzen Die drei Gruppen verlangen nun eine temporäre Sicherung der Kreuzung Narupstraße/Karmannstraße bis zu einem dauerhaften Umbau. Außerdem fordern sie eine unabhängige Untersuchung des tödlichen Unfalls sowie der dortigen Radunfälle aus den Jahren 2022 und 2024. Darüber hinaus soll nach ihrem Willen die im Radentscheid vorgesehene Verkehrssicherheitskommission eingerichtet und künftig jeder Radverkehrsunfall verbindlich analysiert werden. Von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter verlangen die Initiativen eine öffentliche Erklärung dazu, wann und von wem die Umsetzung des Ratsbeschlusses gestoppt wurde und weshalb der Rat darüber nicht entscheiden konnte. Zudem fordern sie einen Personal- und Finanzierungsplan für die Unfallanalyse. „Politische Entscheidungen, die bekannte Gefahren nicht untersuchen und beseitigen, können Menschenleben kosten“, schreibt Mathis von Fridays for Future Osnabrück in einer Mitteilung. „An dieser Kreuzung gab es bereits 2022 und 2024 Fahrradunfälle. Die Stadt muss offenlegen, ob diese Unfälle untersucht wurden, welche Konsequenzen gezogen wurden und wer entschied, das beschlossene Verfahren ohne Ratsentscheidung auszusetzten.“ ### Polizei sucht weiterhin Zeugen Unabhängig von der politischen Diskussion laufen die Ermittlungen zum tödlichen Unfall weiter. Gesucht wird nach Angaben der Initiativen ein schwarzer Pkw, vermutlich ein SUV, mit silbernen Felgen sowie einem Heck-Fahrradträger, auf dem sich ein dunkles Fahrrad befunden haben soll. Hinweise nimmt der Zentrale Verkehrsdienst der Polizei Osnabrück unter Telefon 0541/327-2525 entgegen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück