# Nach Anschlägen auf Stromversorgung: Polizei zeigt erstmals Gesicht von möglichem Öko-Terroristen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-06T11:01:21+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-06T11:02:04+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/nach-anschlaegen-auf-stromversorgung-polizei-zeigt-erstmals-gesicht-von-moeglichem-oeko-terroristen-752269/ Kategorie: Aktuell --- Jetzt sucht die Polizei öffentlich und mit unverpixelten Fotos nach dem Mann, der hinter einer Serie von Sabotageakten und Anschlagsversuchen auf das deutsche Stromnetz stecken soll. Bislang war der 48-Jährige vor allem als „Daniel V.“ bekannt. Während die Fahndung bundesweit läuft, bleiben nach dem [Polizei-Großeinsatz am Osnabrücker Umspannwerk](https://hasepost.de/grosseinsatz-am-umspannwerk-osnabrueck-voxtrup-was-die-polizei-sagt-und-was-nicht-752027/) zwischen Voxtrup und Lüstringen am Samstag weiterhin Fragen offen. Die Polizei Brandenburg hat am Samstagabend eine offizielle Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Auf zwei Fotos ist der gesuchte Mann erstmals unverdeckt zu erkennen. Die Ermittler suchen den 48-Jährigen „im Zusammenhang mit der Sabotage an Umspannwerken in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen“. Gefragt wird ausdrücklich, wer die abgebildete Person kennt, Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen kann oder Hinweise zur Aufklärung der Sabotageakte geben kann. ## Polizei nennt Daniel V. in der Fahndung nicht einmal beim Namen Bemerkenswert: Anders als zahlreiche Medien nennt die Polizei auf ihrer [offiziellen Fahndungsseite](https://polizei.brandenburg.de/fahndung/polizei-sucht-tatverdaechtigen-nach-angr/5711943) nicht einmal den bislang bekannten Namen Daniel V. Auch der vollständige Nachname wird nicht veröffentlicht, was für eine Öffentlichkeitsfahndung ungewöhnlich ist. WDR und Tagesschau berichten weiterhin über „Daniel V.“ und weisen darauf hin, dass der Nachname von den Redaktionen anonymisiert wird. Bekannt ist bislang, dass der Gesuchte aus Gevelsberg in Nordrhein-Westfalen stammt und 48 Jahre alt ist. Der Unterzeichner zweier Bekennerschreiben soll darin seinen vollständigen Namen und sogar seine Wohnanschrift angegeben haben. Die Polizei hält die Schreiben nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul wegen darin enthaltenen Täterwissens für authentisch. Ob der Gesuchte tatsächlich für alle ihm zugerechneten Sabotageakte verantwortlich ist, ist damit allerdings noch nicht abschließend bewiesen. ### Bekennerschreiben des Öko-Terroristen richtet sich gegen fossile Energie Der mutmaßliche Täter begründet die Anschläge in seinen Schreiben mit dem Kampf gegen fossile Energieerzeugung. „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen, das unsägliches Leid nach sich zieht“, heißt es darin. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach inzwischen von Hinweisen auf „Klimaextremismus“. Der Verfasser der Bekennerschreiben kündigte zudem weitere Stromausfälle an. Ermittler fanden in den vergangenen Tagen an mehreren Stellen selbstgebaute Abschuss- und Sprengvorrichtungen im Bereich von Hochspannungsleitungen und Umspannwerken. ## Und was war am Samstag in Osnabrück-Voxtrup? Vor dem Hintergrund der laufenden Fahndung und der Androhung weiterer Anschläge auf kritische Infrastruktur bekommt auch der [Großeinsatz am Osnabrücker Umspannwerk](https://hasepost.de/hat-der-umspannwerk-attentaeter-daniel-v-auch-osnabrueck-im-visier-752018/) vom Samstag weiterhin besondere Bedeutung. Mitarbeiter einer Baufirma hatten gegen 11 Uhr ein beschädigtes Zaunelement am Westnetz-Umspannwerk im Heideweg zwischen Voxtrup und Lüstringen entdeckt und die Polizei verständigt. Daraufhin wurde das Gelände mit erheblichem Aufwand abgesucht. Neben zahlreichen Polizeibeamten kamen Diensthunde und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Die Bundespolizei unterstützte zusätzlich mit einer Drohne. Während der Suche stießen die Beamten zudem auf einen zunächst verdächtigen Gegenstand, von dem eine Wärmequelle ausging. Dieser stellte sich später nach Angaben der Polizei als harmloses „Zugrohr“ heraus. ### Das Eindringen auf ein Umspannwerk-Gelände kann tödlich enden Eine Frage steht wie ein Elefant im Raum: Warum sollte jemand auf das Gelände eines Umspannwerks eindringen wollen? Alles was hinter dem Zaun passiert kann sehr schnell tödlich enden. Obwohl zumindest Sachbeschädigung und damit einhergehend auch Hausfriedensbruch auf der Hand liegen dürfte, teilte die Polizei am Samstag lediglich mit, dass geprüft werde, ob im Zusammenhang mit dem beschädigten Zaunelement eine Straftat vorliegt. In ihrer Stellungnahme zum Großeinsatz erwähnte die Osnabrücker Polizei die bundesweite Serie von Sabotageakten an Umspannwerken nicht. Auch der mutmaßliche Öko-Terrorist Daniel V. wurde nicht genannt. Eine Verbindung zu den Anschlägen wurde damit weder hergestellt noch ausdrücklich ausgeschlossen. Stattdessen betonte die Polizei allgemein, dass „Feststellungen im Bereich sensibler Infrastruktur“ sehr ernst genommen würden. Noch bemerkenswerter war der letzte Satz der Polizeimitteilung: „Die Polizei Osnabrück hat die Umspannwerke in der Region als neuralgische Punkte weiter besonders im Blick.“ --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück