# Musical „Come from Away“ begeistert im Haus der Jugend Osnabrück Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-24T17:00:30+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-24T16:13:25+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/musical-come-from-away-begeistert-im-haus-der-jugend-osnabrueck-759597/ Kategorie: Aktuell --- Es ist eine ungewöhnliche Ausgangslage für ein Musical: 7000 Menschen sitzen plötzlich in einer kanadischen Kleinstadt fest, weil nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der amerikanische Luftraum gesperrt wird. „Come from Away“ erzählt, was daraus entsteht – und die Osnabrücker Produktion zeigt eindrucksvoll, warum aus dieser Geschichte weit mehr als ein historischer Rückblick geworden ist. ## Starke Inszenierung Das Musical-Amateurprojekt (map) setzt dabei auf eine eigene Besonderheit. Wo das Original mit zwölf Darstellerinnen und Darstellern auskommt, die zahlreiche Rollen übernehmen, stehen im Haus der Jugend in Osnabrück 27 Menschen auf der Bühne. Diese Entscheidung zahlt sich aus. Die vielen Figuren bekommen Persönlichkeit, und aus dem großen Ensemble entwickelt sich genau das, worum es in „Come from Away“ geht: eine Gemeinschaft. Anna-Lena Handt bringt ordentlich Tempo in die Inszenierung. Szenen greifen ineinander, Gruppen formieren sich und lösen sich wieder auf, dazwischen entstehen immer wieder kleine, persönliche Momente. Trotz der großen Zahl an Mitwirkenden wirkt das Geschehen nie beliebig. Das ist eine der größten Leistungen der Regie – und des Ensembles, das schauspielerisch, gesanglich und tänzerisch durchgehend auf hohem Niveau arbeitet. Hannah Taubken gibt der Pilotin Beverley Bass mit „Der Himmel geht auf“ einen der stärksten musikalischen Momente des Abends. Katharina Magiera überzeugt als Bonnie Harris, Jan Kaltermann findet als Bürgermeister Claude Elliott die richtige Mischung aus Verantwortungsbewusstsein und Überforderung. Anna Liedmeyer und Hannes Nega tragen als Diane und Nick einen der persönlichen Handlungsstränge, während Joana Köpke Hannahs Sorge um ihren Sohn sehr eindringlich vermittelt. Marius Borchert und Camp Shelor bringen als die beiden Kevins eine gute Portion Humor ein. Juna Schefzyk zeichnet Janice Mosher differenziert, und auch Jolina Kreyenschmidt, Sophie Dick,Ben Gottuk, Gesa Neumann, Josh Krym, Lennart Segbers und Jesse Tiggemann setzen im großen Ensemble eigene Akzente. ### Zusätzlicher Schwung Für zusätzlichen Schwung sorgt die Choreografie von Mareike Dieluweit. Sie lässt die Gruppe immer wieder zu einer Einheit werden, ohne die einzelnen Figuren darin verschwinden zu lassen. Farina Ruhe sorgt für die gesangliche Qualität, während Dennis Brause mit seiner achtköpfigen Band musikalisch ein breites Spektrum von Rock und Pop bis Folk und irisch geprägten Klängen abdeckt. Gerade diese Mischung gibt dem Abend seinen eigenen Klang. Stella Ruhe zeigt mit dem Bühnenbild, dass es für eine wirkungsvolle Ausstattung nicht viel Material braucht. Türen und Fenster werden mit wenigen Handgriffen zu ganz unterschiedlichen Schauplätzen. Mal sind sie Teil eines Flugzeugs, mal eines Tierheims oder eines Wohnhauses. Das ist schlicht, funktioniert aber hervorragend und hält den Blick dort, wo er hingehört: bei den Menschen. Besonders gelungen ist der Umgang mit dem ernsten historischen Hintergrund. „Come from Away“ macht aus dem 11. September kein pathetisches Bühnenspektakel. Stattdessen geht es um Menschen, die in einer völlig unvorbereiteten Situation zusammenkommen. Es wird gelacht, gestritten, geholfen und sich angenähert. Genau diese Mischung aus Leichtigkeit und Ernst trägt auch die Osnabrücker Aufführung. Ansehen! --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück