# Mösers Meinung: Über die Bedeutung einer Kommunalwahl Datum: 07.08.2026 21:24 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/moesers-meinung-ueber-die-bedeutung-einer-kommunalwahl-740661/ --- Unser wohl ältester Mitarbeiter meldet sich zurück! Unsere Leserinnen und Leser lieben ihn oder sie lehnen ihn und seine Ansichten oft auch vehement ab. Genau wie sein historisches Vorbild macht „unser Justus“ aus seiner liberal-konservativen Weltanschauung keinen Hehl, und das schon seit inzwischen deutlich mehr als 100(!) Kolumnen, die bereits seit 2015 exklusiv bei der HASEPOST erscheinen. Guten Abend, der aufmerksame Beobachter wird in den letzten Tagen bemerkt haben, daß sich das Straßenbild in Osnabrück gerade merklich verändert. Zahlreiche Werbeplakate von Parteien unterschiedlichster Couleur zieren urplötzlich die Laternenpfähle, an zentralen Stellen werden große Stellwände aufgebaut und Mitglieder des Stadtrats lassen sich auf markanten Plätzen oder vor ehrwürdigen Denkmälern filmen. Dabei weisen sie dann darauf hin, was ihre Partei und natürlich sie selber in den vergangenen Jahren alles für Osnabrück geleistet haben bzw. in naher Zukunft leisten wollen. Dieses Procedere nennt sich Kommunalwahlkampf und wird in regelmäßigen Abständen wiederholt, in Niedersachsen alle fünf Jahre. 2021 stand die Kommunalwahl ganz im Zeichen von Corona, es kam zu einigen Unregelmäßigkeiten, statt der eigentlich vorgesehenen Stimmabgabe im Wahllokal wurde Briefwahl empfohlen. Am Ende holten die Grünen ein überraschend hohes Wahlergebnis für sich heraus, die CDU sackte deutlich ab und die SPD endete mit einem mehr als miserablen Wahlergebnis als profaner Mehrheitsbeschaffer für die grünen Träume der ökologischen Transformation von Mobilität und Wirtschaft. Seitdem herrscht in Osnabrück ziemlicher Stillstand, nicht nur im Straßenverkehr. Das mag zum einen der schwierigen Umsetzbarkeit vieler neu ins Leben gerufener Projekte wie etwa dem Radentscheid geschuldet sein. Es könnte aber auch an der Zögerlichkeit des Stadtrats liegen, der auf große Worte und vollmundige Ankündigungen oft wenig bis gar keine Taten folgen läßt. Immerhin ist jetzt auf der Asphaltwüste Ledenhof eine Tanzfläche installiert worden. Sie wird zwar nicht allzu lange halten, aber zumindest hat sich Grün-Rot damit ein kleines Denkmal gesetzt. Mögen sich die Bürger beim Anblick der Zappelfläche daran erinnern, was passiert, wenn statt solider und zukunftsorientierter Planung der Spaß an der Freud und die Privilegierung der Interessen von Minderheiten Einzug in die Kommunalpolitik halten. Eine Kommunalwahl ist eine ernste Sache. Ihr Ergebnis bestimmt die Geschicke einer Kommune für ein halbes Jahrzehnt. Sie sollte nicht blindlings dem Zeitgeist folgen und auf die Befriedigung der Bedürfnisse von Partytouristen aus dem In- und Ausland setzen. Im Vordergrund muß das Wohl der ansässigen Bürger stehen, die Verbesserung ihrer Lebensumstände, die Sicherung ihres Wohlstands. Ob das in den vergangenen fünf Jahren für Osnabrück der Fall war, das dürfen die Wähler am 13. September entscheiden. Ihre Wahl hat für sie persönlich eine größere Bedeutung als eine Landtags- oder Bundestagswahl. Es geht darum, wie wir hier vor Ort in den nächsten Jahren leben wollen. Ob alles einer grünen Transformation untergeordnet werden soll. Oder ob Freiheit, Sicherheit und eine prosperierende Wirtschaft wieder in den Fokus der Kommunalpolitik rücken. Das ist eine grundlegende Entscheidung für unsere Stadt. Wir sollten sie uns gut überlegen. Herzlichst Ihr Justus Möser Hier gibt es alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser. [Gruß vom Herausgeber] Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass Sie bis zum Ende durchgehalten haben. Meinungsbeiträge spiegeln immer nur die Ansichten des jeweiligen Autors wider – nicht die der gesamten Redaktion. Mein Anliegen – und das unserer Redaktion – ist es, in gekennzeichneten Meinungsbeiträgen wie diesem Denkanstöße zu geben. Ob Sie zustimmen, ablehnen oder irgendwo dazwischenstehen: Wenn ein Kommentar neue Perspektiven eröffnet oder auch nur zum Nachdenken anregt, haben wir unsere Aufgabe erfüllt. „Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G. Jung) Bitte denken Sie mehr. Ihr Heiko Pohlmann Als Kommentar, Kolumne, Meinungsbeitrag oder Satire gekennzeichnete Beiträge geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht die der gesamten Redaktion. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück