# Mösers Meinung: Über das Osnabrücker VW-Werk Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-29T19:57:21+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-29T19:57:21+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/moesers-meinung-ueber-das-osnabruecker-vw-werk-748982/ Kategorie: Aktuell --- Unser wohl ältester Mitarbeiter meldet sich zurück! Unsere Leserinnen und Leser lieben ihn oder sie lehnen ihn und seine Ansichten oft auch vehement ab. Genau wie sein historisches Vorbild macht „unser Justus“ aus seiner liberal-konservativen Weltanschauung keinen Hehl, und das schon seit inzwischen deutlich [mehr als 100\(!\) Kolumnen](https://hasepost.de/category/justus/page/12/), die bereits seit 2015 exklusiv bei der HASEPOST erscheinen. Guten Abend, in dieser Woche gab es allerlei Aufregung rund um den VW-Standort im Osnabrücker Stadtteil Fledder. Das ehemalige Karmann-Werk steht schon seit längerem im Fokus der VW-Konzernspitze, wenn es um mögliche Werksschließungen geht. Die Automobilfertigung läuft hier 2027 aus, neue Aufträge sind nicht in Sicht, eine Weiterbeschäftigung für die Osnabrücker Mitarbeiter innerhalb des VW-Konzerns ist mehr als fraglich. Mehr als 2000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe, ihr Wegfall wäre für die Region Osnabrück eine wirtschaftliche Katastrophe. Der israelische Rüstungskonzern [Rafael Advanced Defense Systems hat Interesse an einer Übernahme des Werks in Osnabrück](https://hasepost.de/israel-deal-fuer-vw-osnabrueck-auf-der-zielgeraden-unterschrift-noch-vor-der-kommunalwahl-748592/) bekundet. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) kündigte in dieser Woche nach einem Besuch vor Ort an, eine Übernahme des Osnabrücker Standorts durch das Land Niedersachsen zu prüfen, mit Beteiligung des Bundes und von VW. Dadurch soll der Rüstungsdeal schneller ermöglicht werden. Kosten: 200 Millionen Euro, das wären 100.000 Euro pro Arbeitsplatz. Erfolgsaussichten: fraglich. Es gibt Absichtserklärungen zwischen VW und den Israelis, am 04. September tagt der VW-Aufsichtsrat, in dem das Land Niedersachsen eine wichtige Rolle spielt. Vielleicht kommt es sogar vor der Kommunalwahl am 13. September zu weiteren Vereinbarungen. Wie die genau aussehen werden und wieviele Arbeitsplätze in Osnabrück dadurch gerettet werden können bleibt unklar. Osnabrück ist der kleinste Produktionsstandort im VW-Konzern, Hannover und Emden sind auch von einer Werksschließung bedroht, die Werke sind größer als Osnabrück, sie liegen ebenfalls in Niedersachsen. Soweit die nackten Zahlen und Fakten. Das Engagement des niedersächsischen Ministerpräsidenten in allen Ehren, VW wird in den nächsten Jahren um schmerzhafte Einschnitte nicht drumherum kommen. Die teilweise hausgemachte Krise der deutschen Automobilindustrie hinterläßt in Osnabrück schon jetzt tiefe Spuren. Seit vielen Monaten bangen die Mitarbeiter um ihre Jobs, tragfähige und nachhaltige Zukunftsperspektiven jenseits der Rüstungsindustrie sind nicht in Sicht. Dem altehrwürdigen Industriestandort im Fledder droht schlimmstenfalls die Transformation in ein Industriemuseum. Die Politik muß sich ehrlich machen: eine erfolgversprechende Lösung für das Osnabrücker VW-Werk kann nur noch durch einen Rüstungsdeal erreicht werden. Daran werden auch die Hoffnungsschimmer, die der Ministerpräsidentenbesuch sendet, nichts ändern. Ganz im Gegenteil bestätigen sie den eingeschlagenen Weg. Die Friedensstadt Osnabrück muß sich damit abfinden, aller Kritik und allen Demonstrationen von linker Seite zum Trotz. Sonst wird es zappenduster. Herzlichst Ihr Justus Möser [Hier gibt es alle bislang erschienenen Kolumnen von Justus Möser](https://hasepost.de/author/justus-moeser/). [Gruß vom Herausgeber] Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass Sie bis zum Ende durchgehalten haben. Meinungsbeiträge spiegeln immer nur die Ansichten des jeweiligen Autors wider – nicht die der gesamten Redaktion. Mein Anliegen – und das unserer Redaktion – ist es, in gekennzeichneten Meinungsbeiträgen wie diesem Denkanstöße zu geben. Ob Sie zustimmen, ablehnen oder irgendwo dazwischenstehen: Wenn ein Kommentar neue Perspektiven eröffnet oder auch nur zum Nachdenken anregt, haben wir unsere Aufgabe erfüllt. „Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G. Jung) Bitte denken Sie mehr. Ihr Heiko Pohlmann Als Kommentar, Kolumne, Meinungsbeitrag oder Satire gekennzeichnete Beiträge geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht die der gesamten Redaktion. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück