Drei Feuerlöscher, zwei Fahrräder, ein E-Scooter und sogar eine Mülltonne: Was klingt wie die Inventarliste eines Schrottplatzes, wurde am Samstag bei einer Aufräumaktion aus der Hase und ihren Uferbereichen geborgen. Rund 30 Freiwillige beteiligten sich am sogenannten Hase-Clean-Up und befreiten den Fluss von einer erstaunlichen Menge an Müll.
Aufräumen vom Wasser aus
Gemeinsam organisiert wurde die Aktion vom Ausstellungsteam der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Osnabrücker Kanu-Club (OKC). Unterstützung kam zudem vom Osnabrücker ServiceBetrieb (OSB), der Greifzangen, Handschuhe, Müllsäcke und Warnwesten bereitstellte. Auch Mitglieder von NEO Osnabrück packten mit eigener Ausrüstung tatkräftig mit an.
Bei sommerlichen Temperaturen trafen sich die Helferinnen und Helfer am Morgen am Haseuferweg auf Höhe der Heinrich-Heine-Straße. Mit mehr als zehn Kanus und Kajaks ging es anschließend auf den Fluss. Während einige Teams flussaufwärts paddelten, nahmen andere den Bereich unterhalb des Wehrs und die flussabwärts gelegenen Abschnitte in Angriff. Parallel sammelten weitere Freiwillige zu Fuß entlang der Uferwege Müll ein.
Schon nach gut zwei Stunden waren zahlreiche Säcke gefüllt. Am Pernickelwehr kamen die Gruppen wieder zusammen – und präsentierten eine bemerkenswerte Ausbeute. Neben Verpackungsmüll, Flaschen und Plastikabfällen fanden die Teilnehmenden auch Bücher, Metallteile, Zaunpfähle und andere sperrige Gegenstände.
Boote schnell an der Belastungsgrenze
Dass die Sammelaktion schließlich beendet wurde, lag nicht etwa an nachlassender Motivation. Vielmehr waren die Kanus und Kajaks irgendwann schlicht voll beladen. Für weitere Fundstücke fehlte der Platz an Bord.
Wie viel Müll insgesamt aus der Hase geholt wurde, lässt sich nur schwer exakt bestimmen. Viele der geborgenen Gegenstände und Müllsäcke hatten sich vollständig mit Wasser vollgesogen. Nach Einschätzung der Organisatoren dürfte die Gesamtmenge jedoch deutlich über 150 Kilogramm gelegen haben.
Müll wird wissenschaftlich untersucht
Ein Teil der Funde landet nun nicht auf dem Wertstoffhof, sondern im Labor. Der Umweltchemiker Jörg Klasmeier von der Universität Osnabrück dokumentiert und analysiert regelmäßig den Müll, der sich am Pernickelwehr ansammelt. Auch die beim Hase-Clean-Up geborgenen Gegenstände werden zunächst erfasst, nach Materialien sortiert und anschließend wissenschaftlich ausgewertet.
Die Untersuchungen sollen Aufschluss darüber geben, welche Arten von Abfällen in die Hase gelangen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Langfristig sollen die Erkenntnisse helfen, wirksame Maßnahmen gegen die Vermüllung von Flüssen zu entwickeln und damit auch den Eintrag von Abfällen in die Meere zu reduzieren.
Großes Interesse am Haseufer
Nach getaner Arbeit ließen die Teilnehmenden den Vormittag bei einem gemeinsamen Imbiss auf dem Gelände des Osnabrücker Kanu-Clubs ausklingen. Entlang der Hase verfolgten zahlreiche Passantinnen und Passanten die Aktion und zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Freiwilligen.
Das Hase-Clean-Up ist Teil des Begleitprogramms der Ausstellung Mission AQUA, die derzeit in Osnabrück zu erleben ist. Die Aktion machte eindrucksvoll sichtbar, wie viel Müll noch immer in Gewässern landet – und wie viel eine engagierte Gemeinschaft dagegen ausrichten kann.
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