# Mindestens 68 Tote bei Zugunglück in Spanien Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-29T07:16:35+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-29T07:16:35+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/mindestens-68-tote-bei-zugunglueck-in-spanien-771939/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Suche nach Opfern und Ursachen nach Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge In der spanischen Provinz Toledo hat sich am Mittwochmorgen ein schweres Zugunglück ereignet. Mindestens 68 Menschen starben, als ein Hochgeschwindigkeitszug der staatlichen Bahn Renfe auf einen stehenden Zug des privaten Unternehmens Iryo auffuhr. Mehrere Waggons stürzten einen Bahndamm hinunter, über 100 Personen wurden verletzt. In beiden Zügen waren insgesamt rund 540 Passagiere von Madrid nach Andalusien unterwegs, wie der Spiegel und die Tagesschau berichten. Die Suche nach weiteren Opfern in den Trümmern dauerte auch in der Nacht an, unterstützt von Kränen, Drohnen und einer Hundestaffel. Einsatzkräfte rechnen mit weiteren Toten, da noch nicht alle Wracks durchsucht werden konnten. DNA-Proben werden in mehreren Städten entnommen, um die Identifizierung der Opfer zu beschleunigen. Eine Sprecherin der Regionalregierung bestätigte, dass die Zahl der Toten noch steigen könnte, wie die Tagesschau meldet. ## Bahnleitstelle trifft fatale Fehlentscheidung Verkehrsminister Óscar Puente führte das Unglück auf eine „unerklärliche“ und „falsche“ Entscheidung der Bahnleitstelle zurück. Laut ersten Ermittlungen war das automatische Sicherheitssystem in der Region ausgefallen. Der Iryo-Zug blieb stehen, während der Renfe-Zug trotz manueller Kontrolle mit normaler Geschwindigkeit weiterfuhr – eigentlich hätte er nur 40 km/h fahren dürfen. Warum der Iryo-Zug zum Stehen kam, ist noch unklar. Der Spiegel zitiert Puente mit der Aussage, dass menschliches Fehlverhalten eine mögliche Ursache sei, eine abschließende Klärung stehe jedoch noch aus. ### Behörden prüfen die nächsten Schritte Ministerpräsident Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer aus und versprach eine umfassende Aufklärung. „Wir werden der Sache bis zum Ende nachgehen. Sollte es Fahrlässigkeit gegeben haben, wird das ans Licht kommen“, sagte er. Sánchez wird von der konservativen und rechtspopulistischen Opposition für das Unglück verantwortlich gemacht. Vor dem Verkehrsministerium in Madrid kam es zu Ausschreitungen, als rechtsextreme Gruppen gegen die Regierung protestierten. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen, wie der Spiegel berichtet. ### Zweiter Zugunfall in Spanien binnen Jahresfrist Das Unglück erinnert an einen ähnlichen Vorfall im Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien, bei dem 46 Menschen starben. Sánchez betonte, dass die Ursachen der beiden Unfälle vermutlich nicht zusammenhängen. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien bleibt vorerst gesperrt, der Fahrkartenverkauf wurde bis Dezember ausgesetzt. ### Nation gedenkt der Opfer mit Schweigeminuten Am Abend gedachten Menschen in ganz Spanien der Opfer mit Schweigeminuten vor Rathäusern. Die Lokführergewerkschaft Semaf kündigte für Donnerstag einen Streik an, um auf Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen. Der Streik war bereits vor dem Unglück angekündigt worden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück