# Mieten steigen rasant, Immobilienpreise stagnieren trotz Angebotsplus Datum: 20.07.2026 11:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/mieten-steigen-rasant-immobilienpreise-stagnieren-trotz-angebotsplus-734060/ --- Der deutsche Immobilienmarkt bleibt im zweiten Quartal 2026 von deutlich steigenden Mieten und nur leicht anziehenden Kaufpreisen geprägt. Während sich Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser im Jahresvergleich nur moderat verteuerten, legten die Angebotsmieten spürbar stärker zu. Besonders in Großstädten verschärft sich damit die angespannte Lage für Wohnungssuchende. ## Deutliches Mietplus bei nur leicht steigenden Kaufpreisen Der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) weist für das zweite Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg der Kaufpreise von Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern um jeweils 0,8 Prozent aus. Die Angebotsmieten erhöhten sich im selben Zeitraum bundesweit um vier Prozent und damit deutlich stärker als die Inflation mit 2,6 Prozent. Besonders kräftig fielen die Mietsteigerungen in einzelnen Großstädten aus. In Köln zogen die Mieten um 7,9 Prozent an, in Hamburg um 5,5 Prozent und in Leipzig um 5,4 Prozent. Nach Angaben des IW steigen die Mieten damit deutlich schneller als die allgemeinen Verbraucherpreise. ### Knappes Mietangebot, mehr Objekte zum Kauf Auf dem Mietmarkt fehlen laut IW die Angebote. Bundesweit werden noch immer knapp zwölf Prozent weniger Mietwohnungen inseriert als Anfang 2022. In mehreren Großstädten ist der Rückgang deutlich stärker: In Hamburg ist das Mietangebot mit minus 57 Prozent mehr als halbiert, in Frankfurt am Main gibt es 43 Prozent weniger Inserate, in Leipzig 40 Prozent weniger. Eine Ausnahme bildet Berlin. Dort liegt das Mietangebot um 43 Prozent über dem Niveau von 2022. Dieser starke Anstieg fällt laut IW jedoch nur deshalb so hoch aus, weil der Mietendeckel das Angebot zuvor drastisch abgewürgt hatte. Allein im ersten Quartal nach seiner Einführung war das Angebot in der Hauptstadt um 39 Prozent zurückgegangen. Anders stellt sich die Lage auf dem Kaufmarkt dar. Bundesweit werden nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert als Anfang 2022. Das IW betont, dass dies nicht auf eine höhere Neubautätigkeit zurückzuführen sei. Stattdessen verkleinerten höhere Finanzierungskosten den Kreis potenzieller Käufer und verlängerten die Vermarktungszeiten. Dadurch gelangen mehr Objekte in die Portale und verbleiben dort länger. ### Geringe Umzugsmobilität belastet Mietmarkt IW-Immobilienökonom Pekka Sagner sieht auf dem Mietmarkt mehrere Ursachen für die angespannte Situation. „Auf dem Mietmarkt fehlt nicht nur Neubau, sondern auch Bewegung im Bestand“, sagte Sagner laut IW. „Die Umzugsmobilität ist zu gering – bestehender Wohnraum wird nicht umfänglich genutzt. Noch strengere Mietregeln würden diesen Effekt verstärken und das Angebot für Wohnungssuchende weiter verknappen.“ --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück