# Miersch lehnt Liberalisierung der Sonntagsöffnungen ab Datum: 05.08.2026 07:32 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/miersch-lehnt-liberalisierung-der-sonntagsoeffnungen-ab-739496/ --- SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat Forderungen nach einer weitgehenden Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten im Einzelhandel zurückgewiesen. Er verweist auf bestehende Regelungen im Koalitionsvertrag, etwa für Bäckereien. Eine Debatte über weitergehende Änderungen sieht er derzeit nicht für nötig. ## DIHK fordert Grundgesetzänderung "Wir haben im Koalitionsvertrag bereits Regelungen zu Sonntagsarbeitszeiten vereinbart und diese im Reformpaket noch einmal bestätigt – etwa für Bäckereien", sagte Miersch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Deshalb sehe ich derzeit keinen Anlass, die Debatte über weitergehende Änderungen zu führen.“ Hintergrund ist ein Vorstoß der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Dessen Präsident Peter Adrian sprach sich für eine Grundgesetzänderung aus, um die Rechtslage für verkaufsoffene Sonntage dauerhaft zu klären. Das Bundesverfassungsgericht stütze den Sonntagsschutz bisher auf eine Formulierung der Weimarer Reichsverfassung zur „seelischen Erhebung“, die „nicht zeitgemäß“ erschiene, so Adrian. Zugleich warb er für eine weitgehende Liberalisierung des Ladenschlussrechts. Angesichts des Wettbewerbs mit dem Onlinehandel sollten Händler selbst entscheiden können, ob sie sonntags öffnen. Miersch widersprach dieser Argumentation. Auf die Frage, ob mehr Sonntagsöffnungen notwendig seien, um den stationären Handel zu stärken, sagte der SPD-Politiker: "Nein. Ich glaube nicht, dass sich die Probleme des stationären Einzelhandels mit mehr Sonntagsöffnungen lösen lassen." Die Diskussion über den Sonntagsschutz hatte nach den Beschlüssen des Koalitionsausschusses neuen Schwung erhalten. Die Bundesregierung plant, längere Sonntagsarbeitszeiten zunächst nur für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken zu ermöglichen. Für weitergehende Änderungen des verfassungsrechtlich geschützten Sonntagsschutzes wäre eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat erforderlich. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück