# Meta in Kalifornien vor Gericht unter Druck Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-18T01:22:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-18T01:22:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/meta-in-kalifornien-vor-gericht-unter-druck-744561/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Kölner Medienwissenschaftler Martin Andree sieht Meta in einem vor wenigen Tagen gestarteten Prozess in Kalifornien erstmals in echter Bedrängnis. Dem Konzern wird vorgeworfen, Minderjährige durch Instagram und Facebook abhängig und psychisch krank zu machen. ## Strategie der Kläger und Rolle der Whistleblowerin "Meta scheint zu merken: Dieses Mal ist ernsthaft Gefahr im Verzug", sagte Andree dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Besonders interessant sei der Ansatz der Kläger, so Andree: Im Mittelpunkt stehen die Plattformfunktionen wie endloses Scrollen, häufige Benachrichtigungen oder das Zählen von Gefällt-mir-Reaktionen. "Das ist der eigentlich geniale Schachzug der Kläger". Ermöglicht worden sei dies vor allem durch die Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen. „Mit den sogenannten Facebook Files konnte sie sehr detailliert zeigen, dass das Management von Meta sich vollständig darüber im Klaren war, welche Gefahren für die psychische Gesundheit von ihren Plattformen ausgehen. Trotzdem haben sie genau diese Funktionalitäten aktiv weiter verstärkt.“ ### Mögliche Strafzahlungen und politische Einordnung Im Raum stehen Strafzahlungen von bis zu 1,4 Billionen Dollar – fast so hoch wie der gesamte Börsenwert des Unternehmens. Eine existenzielle Bedrohung hält Andree dennoch für unwahrscheinlich. "Ich kann mir in der aktuellen politischen Gesamtlage nicht vorstellen, dass die USA Urteile gegen ihre Vorzeigeunternehmen aussprechen, die diese existenziell gefährden. Denn Donald Trump nutzt diese ja zunehmend auch geopolitisch als Machtinstrument und hegt und pflegt sie entsprechend regulatorisch.“ Auch für Europa sieht Andree wenig Spielraum. Erst im Juli hatte Donald Trump die EU-Kommission wegen einer Milliardenstrafe gegen Google scharf kritisiert und mit neuen Zöllen gedroht. "Ich befürchte eher, dass Trump in Zukunft jede auch noch so kleine Sanktion der EU durch entsprechende Drohgebärden und aggressive Reaktionen zu unterbinden versucht". Andree verwies auf das Verhalten des Konzerns im Vorfeld: Meta habe gemeinsam mit anderen Onlinediensten dem Breathitt County School District im US-Bundesstaat Kentucky außergerichtlich 27 Millionen Dollar gezahlt, um einen Prozess zu vermeiden. „Ich finde es hochinteressant, dass ein Tech-Konzern wie Meta, der normalerweise maximal aggressiv in die letzte Revisionsstufe gehen würde, so etwas tut“. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück