Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Aus für das gemeinsame deutsch-französisch-spanische Projekt zur Entwicklung eines Kampfjets der sechsten Generation verteidigt. Beim Auftakt der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin sprach er von monatelangen Bemühungen, die beteiligten Unternehmen auf einen gemeinsamen Kurs zu bringen. Das Vorhaben eines gemeinsamen Kampfflugzeuges werde nun nicht weiter verfolgt, zugleich sollten jedoch zentrale Elemente der europäischen Verteidigungskooperation erhalten bleiben.
Merz: Monatelange Anläufe ohne Einigung
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Mittwoch zum Auftakt der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin, man habe die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen. „Präsident Macron und ich haben es uns in dieser Frage eines deutsch-französischen Kampfflugzeuges wirklich nicht leicht gemacht“, erklärte Merz laut dts Nachrichtenagentur.
Weiter führte er aus, die politischen Spitzen hätten intensiv versucht, die Industriepartner zusammenzubringen: „Über Monate haben wir zusammen mehrere Anläufe unternommen, um die beteiligten Unternehmen zu einer Einigung zu bewegen.“ Nach einem Mediationsverfahren seien er und Präsident Emmanuel Macron schließlich zu einer gemeinsamen Einschätzung gelangt, dass die Industrie für den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht ausreichend zusammenfinde.
Ende des Jet-Projekts, Fortführung von FCAS-Kern
„Diese Realität erkennen wir an“, so Merz nach Angaben der dts Nachrichtenagentur. „Präsident Macron und ich haben deshalb am vergangenen Freitag vereinbart, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiter zu verfolgen.“ Man löse damit zwar eine langjährige Blockade auf, eröffne der Industrie jedoch zugleich „neue Möglichkeiten, beim Bau moderner Kampfflugzeuge auf anderem Weg weiter voranzukommen“.
Den eigentlichen Kern von FCAS als europäisches „System der Systeme“ werde man laut Merz weiterführen. Deutschland und Frankreich würden in Verteidigungsfragen weiter zusammenarbeiten, betonte der Kanzler nach Darstellung der dts Nachrichtenagentur.
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