# Merz unter Druck: CDU-Präsidium berät über Kanzlerkrise Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-15T20:46:50+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-15T20:46:53+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/merz-unter-druck-cdu-praesidium-beraet-ueber-kanzlerkrise-756123/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Nach Landtagswahlen: Union diskutiert über Merz’ Zukunft und Reformkurs Bundeskanzler Friedrich Merz steht innenpolitisch massiv unter Druck. Nach den anstehenden Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird das CDU-Präsidium am Sonntag in der Parteizentrale zusammenkommen, um über die Wahlergebnisse und den weiteren Weg zu beraten. Wie die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters aus Parteikreisen erfuhren, wird erwartet, dass sich die Ministerpräsidenten und anderen Präsidiumsmitglieder hinter Merz stellen. Ziel sei eine abgestimmte Kommentierung der Wahlen, heißt es aus der Parteispitze. Merz selbst betonte beim Unternehmertag des BGA, er sei für vier Jahre gewählt und wolle diese Zeit nutzen, um das Land aus der Krise zu führen. Auf die Frage nach einer möglichen „indirekten Vertrauensfrage“ reagierte er mit einer Gegenfrage: „Was ist denn eine indirekte Vertrauensfrage?“. Er müsse nicht zu allem öffentlich Stellung beziehen, so Merz. ## Merz stellt Union vor Ultimatum Andere Medien berichten indes von internen Planspielen. Laut „Table Media“ könnte Merz die Unionsspitze vor die Wahl stellen, ihn bei einem verschärften Reformkurs gegenüber der SPD zu unterstützen – oder ihn abzulösen. Die Bedingung im zweiten Fall sei, dass das Präsidium ihm dann einen Nachfolger benenne. Intern kursiere dafür die Formel „stützen oder stürzen“. Der „Tagesspiegel“ bestätigt, dass Merz die Reise zur UN-Generaldebatte in New York abgesagt habe, um die Fraktionssitzung am Dienstag nicht zu verpassen. Dies unterstreiche die Dringlichkeit der Lage. ### Union bei Umfragen auf Rekordtief Die Umfragewerte verschärfen den Druck: In einer aktuellen YouGov-Erhebung stürzt die Union auf 18 Prozent, während die AfD bei 29 Prozent liegt. Auch die Insa- und GMS-Umfragen zeigen die Union bei 19,5 bis 20 Prozent – jeweils Tiefstwerte. Bremens CDU-Chef Heiko Strohmann warnte im Deutschlandfunk vor einem bundesweiten Absturz der Partei und forderte mehr Nähe zu den Bürgern. Merz sei „eher Symptom als Ursache“ der CDU-Probleme, so Strohmann. ### Söder und Orpo sichern Merz Rückhalt zu Trotz der Kritik gibt es auch Rückendeckung. CSU-Chef Markus Söder schloss einen Kanzlersturz durch seine Partei aus und betonte, Merz stehe zu den Reformen. Auch Finnlands Ministerpräsident Petteri Orpo bezeichnete Merz auf einer Pressekonferenz als „absolut verlässlichen Partner“. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) warnte vor einem voreiligen Kanzlerwechsel und betonte, die Probleme der Koalition würden damit nicht gelöst. ### Union fordert Kurswechsel in Berlin Innerhalb der Union mehren sich jedoch Forderungen nach Kurskorrekturen. CDU-Landeschef Sebastian Lechner forderte etwa eine politische Änderung in Berlin, um die Menschen zu entlasten. Auch der Koalitionspartner SPD pocht auf Anpassungen bei Rente und Gesundheit. Die Spannungen innerhalb von Schwarz-Rot wachsen, während die Debatte über Merz’ Zukunft weitergeht. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück