# Merz nennt CDU-Ergebnis „Desaster“ – zurücktreten will er nicht Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-20T18:53:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-20T18:53:31+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/merz-nennt-cdu-ergebnis-desaster-zuruecktreten-will-er-nicht-758102/ Kategorie: Aktuell --- Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach den schweren Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntagabend eine persönliche Konsequenz nicht angekündigt. Stattdessen will der CDU-Chef am Reformkurs der Bundesregierung festhalten. Das Ergebnis im Nordosten bezeichnete Merz selbst als „Desaster“. Kurz nach 18 Uhr trat Friedrich Merz im Berliner Konrad-Adenauer-Haus vor die Presse. Zu diesem Zeitpunkt sah die ARD-Prognose die CDU in Mecklenburg-Vorpommern bei nur 5,5 Prozent. In Berlin kam die Union auf 20 Prozent und lag damit deutlich hinter der Linken mit 24,5 Prozent. Sollte sich das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern bestätigen, wäre es das schlechteste CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl seit Gründung der Bundesrepublik. „Das Ergebnis in Meck-Pomm können wir nicht schönreden, es ist ein Desaster“, sagte Merz. Einen grundsätzlichen Kurswechsel leitete der Kanzler daraus jedoch nicht ab. Die Antwort könne kein Zurück in eine vermeintlich „gute alte Zeit“ sein. Deutschland müsse vielmehr wieder zu einem Land des Aufbruchs werden. Besonders für junge Menschen müsse das Versprechen von Aufstieg und Wohlstand wieder gelten. ## Unbeliebter Merz setzt weiter auf Reformkurs Merz kündigte an, die bereits begonnenen Reformen der Bundesregierung weiter umzusetzen. Damit bleibt er bei der Linie, die er bereits nach der schweren CDU-Niederlage in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen vertreten hatte. Dort war die Union von 37,1 auf 17,2 Prozent abgestürzt. Merz hatte anschließend erklärt: „Aufgeben ist für mich keine Option.“ Er sei für vier Jahre gewählt und wolle seiner Verantwortung gerecht werden. Auch nach den Wahlen vom Sonntag gibt es damit zunächst kein Rücktrittssignal des Kanzlers. Stattdessen hatte Merz bereits vor dem Wahlabend das komplette CDU-Präsidium in die Parteizentrale bestellt, um noch am Sonntag über die Ergebnisse in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zu beraten. In Umfragen gilt Friedrich Merz als der mit Abstand [unbeliebteste Bundeskanzler](https://hasepost.de/umfrage-afd-bleibt-staerkste-kraft-merz-unbeliebt-734506/) seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. ### Dritte schwere Niederlage innerhalb weniger Wochen Für Merz und die CDU kommt das Ergebnis zu einem schwierigen Zeitpunkt. Nach dem historischen Einbruch in Sachsen-Anhalt folgen nun weitere deutliche Verluste. In Mecklenburg-Vorpommern bewegt sich die CDU nach den ersten Prognosen nur knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde. In Berlin verliert sie ihre bisherige Position als stärkste Kraft an die Linke. Bereits vor dem Wahlsonntag war deshalb innerhalb der Union über die Zukunft des Kanzlers diskutiert worden. Acht CDU-Ministerpräsidenten hatten sich wenige Tage vor der Wahl demonstrativ gegen Personaldiskussionen ausgesprochen und Merz den Rücken gestärkt. Sie forderten stattdessen „Geschlossenheit, Tatkraft und einen klaren Kurs“ der CDU. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück