# Merkel wirbt nach CDU-Debakel für Brückenbauen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-22T10:46:23+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-22T10:46:23+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/merkel-wirbt-nach-cdu-debakel-fuer-brueckenbauen-758739/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Ex-Kanzlerin verweist auf Adenauers Lehre nach Wahlverlusten Nach den schweren Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel den verbindenden Charakter von Volksparteien betont. Bei der Eröffnung einer Kunstausstellung im Bundestag verwies sie auf den ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer und dessen Überzeugung, dass man Brücken bauen müsse, wie die dpa berichtet. Gleichzeitig habe sich daraus ergeben, mit wem keine Brücken möglich seien. Merkel, die ihren Bundestagswahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern hatte, sagte: „An einem Tag wie heute und nach einem Abend wie gestern lohnt es sich vielleicht, auch noch mal nachzudenken, was können wir von Konrad Adenauer übernehmen?“ Er habe aus der Geschichte gelernt, dass es wichtig sei, alle Menschen anzusprechen und sich der eigenen Werte bewusst zu sein. ## Merkel: CDU muss Brücken zwischen Gruppen bauen Adenauer habe die CDU als Partei aus drei gleichberechtigten Wurzeln – konservativ, liberal und christlich-sozial – verstanden, so Merkel. Für ihn seien Brücken zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Männern und Frauen, Umwelt und Wirtschaft, Stadt und Land, Konfessionen und Generationen notwendig gewesen. „Ich würde heute hinzufügen, zwischen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte“, ergänzte sie. „Ich denke, das muss der Anspruch einer Volkspartei sein, das hat er uns mitgegeben.“ ### CDU scheitert in MV erstmals an Fünf-Prozent-Hürde Die CDU hatte in Mecklenburg-Vorpommern erstmals die Fünf-Prozent-Hürde verfehlt und war damit aus dem Landtag ausgeschieden. Der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters trat daraufhin zurück, wie der Tagesspiegel meldet. Kommissarisch soll nun der Staatsminister Philipp Amthor das Amt übernehmen. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete das Ergebnis als „tiefe Zäsur“, will aber im Amt bleiben und den Reformkurs fortsetzen. ### Merz unter Druck: Partei droht Zerrissenheit Kritik an Merz kam unter anderem aus der eigenen Partei. Der CDU-Chef von Großbeeren, Adrian Hepp, forderte eine stärkere Vertretung der christdemokratischen Interessen in der Koalition mit der SPD, wie die dpa weiter berichtet. Andernfalls drohe die Partei „zerrieben“ zu werden. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sah Mitverantwortung bei Merz für die Wahlergebnisse, wie Reuters schreibt. Wüst betonte jedoch, Personaldebatten seien aktuell nicht zielführend. ### CDU-Reformer Laumann warnt vor Personaldebatten Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Karl-Josef Laumann bezeichnete das Wahlergebnis als „Weckruf“ und verwies auf die Notwendigkeit von Reformen, die die Sorgen der Menschen aufgreifen, etwa bei Arbeitsplätzen, Energiepreisen oder Mietnebenkosten. Eine Lösung sei nicht der Austausch des Kanzlers, sondern die Umsetzung der geplanten Reformen, so Laumann. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück