Die geplante Eröffnung von Dependancen der israelischen Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Bayern und Sachsen stößt auf Kritik. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main, mahnt in einem Gastbeitrag für den „Spiegel“ eine kritische Auseinandersetzung mit dem Einfluss der israelischen Regierung auf die Gedenkstättenarbeit an. Er warnt davor, Yad Vashem in Deutschland als neutrale Einrichtung zu missverstehen und fordert klare Vorkehrungen gegen politische Instrumentalisierung.
Kritik am Einfluss der israelischen Regierung
Meron Mendel
In einem Gastbeitrag für den „Spiegel“ stellt Mendel die Frage, welchen Einfluss die israelische Regierung, die aktuell von Rechtsradikalen dominiert werde, auf die pädagogische Arbeit der Außenstellen haben könnte. Er richtet damit den Blick auf die politischen Rahmenbedingungen, unter denen Yad Vashem agiert.
Yad Vashem nicht neutral und unabhängig
„In Deutschland ist die falsche Vorstellung verbreitet, Yad Vashem sei eine neutrale, unabhängige Einrichtung“, schreibt Mendel im „Spiegel“. Laut dem israelischen Yad-Vashem-Gesetz sei die Gedenkstätte jedoch direkt der Regierung unterstellt und habe den Auftrag, das offizielle staatliche Narrativ über die Geschichte zu vermitteln.
Der Vorsitzende werde etwa direkt vom Ministerpräsidenten ernannt. Daher sei es kein Zufall, dass der amtierende Vorsitzende Dani Dayan ein Hardliner sei, der jahrelang als Cheflobbyist der Siedlerbewegung gearbeitet habe.
Verantwortung der Initiatoren
Mendel schließt trotzdem nicht aus, dass Yad Vashem einen Platz in der zukünftigen Gedenklandschaft der Bundesrepublik bekommt. Es liege jedoch in der Verantwortung der Initiatoren, dafür zu sorgen, dass diese Orte nicht politisch instrumentalisiert werden.
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