# Mélenchon: Nato überflüssig, Deutschland arrogant, Neoliberalismus gescheitert Datum: 13.06.2026 05:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/melenchon-nato-ueberfluessig-deutschland-arrogant-neoliberalismus-gescheitert-722133/ --- Frankreichs linker Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon hat das westliche Verteidigungsbündnis Nato scharf kritisiert und als überflüssig bezeichnet. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" warf er dem Bündnis vor, europäische Staaten in fremde Konflikte hineinzuziehen und wandte sich zugleich gegen einen Führungsanspruch Deutschlands in Europa. Mélenchon skizzierte zudem seine wirtschafts- und sozialpolitischen Positionen und kündigte eine veränderte Steuerpolitik an, um zentrale Wahlversprechen wie die Rente ab 60 zu finanzieren. ## Mélenchon sieht Nato als "nutzlos" Der linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon hält die Nato für entbehrlich. „Die Nato ist nutzlos“, sagte der Präsidentschaftskandidat der linkspopulistischen Partei La France insoumise der „Welt am Sonntag“. Das nordatlantische Bündnis diene „nur dazu, uns in Kriege hineinzuziehen, die nicht die unseren sind“, so Mélenchon weiter laut „Welt am Sonntag“. Er wird in Umfragen als stärkster linker Konkurrent des rechten Rassemblement National von Marine Le Pen geführt. Mit Blick auf die sicherheitspolitische Lage in Europa kritisierte Mélenchon laut „Welt am Sonntag“, alle hätten beschlossen, sich bis an die Zähne zu bewaffnen, angeblich wegen der russischen Bedrohung. Er stellte die dahinterstehende Gefahreneinschätzung infrage und fragte: Aber wer glaube denn daran, dass die Russen in Deutschland, Frankreich oder Belgien einmarschieren? ### Kritik an Deutschlands Rolle in Europa Mélenchon wendet sich in dem Interview auch gegen einen Führungsanspruch Deutschlands in Europa. „Deutschland kann sich Arroganz nicht mehr erlauben“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Die Bundesrepublik erlebe im dritten Jahr in Folge eine Rezession. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands fragte Mélenchon weiter: „Wo ist er hin, der Klassenbeste, der alles besser machte, der wusste, wo es langgeht, und uns Lektionen erteilt hat?“, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet. ### Marxistisches Selbstverständnis und Wirtschaftsprogramm Zu seinem ideologischen Selbstverständnis erklärte Mélenchon laut „Welt am Sonntag“, er sei Marxist und habe eine materialistische Analyse: Frankreich sei durch 40 Jahre Neoliberalismus zerstört worden. Die bürgerliche Mitte sei heute eine leere Hülse. Nach seinen Worten hätten die USA mit den Zöllen und dem Ende des Freihandels den Neoliberalismus beerdigt. Die Konservativen könnten nichts anderes anbieten als Angst vor Muslimen, Arabern und Schwarzen. Und die Sozialdemokraten hätten den Zug verpasst, als sie den Vertrag von Lissabon und dessen neoliberale Regeln akzeptiert hätten. Zur Finanzierung seines Programms, insbesondere der von ihm angestrebten Rente ab 60, sagte Mélenchon der „Welt am Sonntag“, das Problem sei nicht Geldmangel, sondern die Art und Weise, wie die Wirtschaft organisiert sei. Alles sei eine Frage der Verteilung. Den kolossalen Schuldenberg, den der nächste Präsident erben werde, wolle er durch eine andere Steuerpolitik in den Griff bekommen. „Wir werden diejenigen zur Kasse bitten, die nicht zahlen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück