# Mehrheit will Bund in Hitzeschutz-Pflicht nehmen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-19T09:46:18+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-19T09:46:18+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/mehrheit-will-bund-in-hitzeschutz-pflicht-nehmen-745056/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- SPD fordert Grundgesetzänderung für besseren Klimaschutz Angesichts anhaltender Hitzewellen und deren gesundheitlicher Folgen wächst der Druck auf die Politik, den Schutz vor extremen Temperaturen zu verbessern. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will den Bund stärker in die Pflicht nehmen und findet dafür Zuspruch in der Bevölkerung. Wie die Zeit berichtet, sprechen sich knapp zwei Drittel der Deutschen für eine Grundgesetzänderung aus, um den Bund zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz zu verpflichten. Schneider schlägt vor, Naturschutz und Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz zu verankern. Die Union zeigt sich jedoch skeptisch gegenüber diesem Vorhaben, wie der SWR berichtet. CDU-Politiker Manuel Hailfinger bezeichnet eine solche Verfassungsänderung als reine Symbolpolitik, während die Grünen konkrete Finanzierungszusagen fordern. ## SPD will Klimaanlagen in Mietwohnungen erleichtern Die Forderungen der SPD zielen auch auf praktische Maßnahmen ab. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erwägt, Mietern den Einbau von Klimaanlagen und Sonnenschutz durch Gesetzesänderungen zu erleichtern, wie die Zeit weiter berichtet. Bisher müssen Mieter und Vermieter bauliche Veränderungen gemeinsam genehmigen. Hubig betont, dass ein besserer Schutz vor den Folgen des Klimawandels ein Schwerpunktthema der Politik werden müsse, da besonders ältere Menschen, Kinder und einkommensschwache Gruppen unter Hitzewellen leiden. ### 9.600 Hitzetote in erster Juni-Welle registriert Die Dringlichkeit des Themas unterstreicht eine aktuelle Umfrage des Robert Koch-Instituts, wonach allein in der ersten Hitzewelle im Juni bundesweit 9.600 Menschen gestorben sind, wie der SWR meldet. In Baden-Württemberg gibt es bisher keinen landesweiten Hitzeaktionsplan, obwohl die Zahl der Hitzetage sich seit 1961 verdoppelt hat. Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat zwar angekündigt, einen solchen Plan aufzubauen, doch ein Zeitrahmen steht noch nicht fest. ### Hitzeaktionspläne in Bundesländern ungleich verteilt Während einige Bundesländer wie Rheinland-Pfalz bereits Hitzeaktionspläne umsetzen, die etwa Trinkwasserbrunnen oder Frischluftschneisen in Städten vorsehen, bleibt die bundesweite Regelung lückenhaft. Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder hatte zwar 2025 eine flächendeckende Erstellung von Hitzeaktionsplänen in Kommunen gefordert, doch die Umsetzung hinkt hinterher. ### Klimaschutz spart langfristig Kosten und Energie Die Diskussion um Hitzeschutz wird auch durch wirtschaftliche Aspekte geprägt. Wie die Tagesschau berichtet, zeigen Beispiele aus der Industrie, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung vereinbar sind. So deckt der Automobilzulieferer Bosch in seinem Werk in Eisenach an sonnenreichen Tagen den gesamten Strombedarf durch Photovoltaikanlagen und hat den Gasbedarf durch Wärmepumpen um über 90 Prozent gesenkt. Dennoch warnen Experten, dass zu wenig Klimaschutz langfristig teurer werde als rechtzeitige Investitionen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück