# Mehrere Waggons stürzten einen Bahndamm hinunter Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-28T20:16:36+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-28T20:16:36+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/mehrere-waggons-stuerzten-einen-bahndamm-hinunter-771840/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten in Toledo – Ursache soll menschliches Versagen sein. Bei einem schweren Zugunglück in der spanischen Provinz Toledo sind am Dienstagmorgen mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Spiegel berichtet, kollidierte ein Zug des privaten Bahnunternehmens Iryo mit einem Hochgeschwindigkeitszug der staatlichen Gesellschaft Renfe. Mehrere Waggons stürzten einen Bahndamm hinunter. In beiden Zügen befanden sich insgesamt rund 540 Passagiere, die von Madrid nach Andalusien unterwegs waren. Die Zahl der Verletzten liegt bei über 100, wobei die Behörden mit weiteren Opfern rechnen, da noch nicht alle Waggons durchsucht werden konnten. Die Tagesschau gibt die Zahl der Toten mit 68 an, während der Spiegel von mindestens 64 spricht – die Unterschiede könnten auf unterschiedliche Erhebungszeitpunkte zurückzuführen sein. ## Manuelle Freigabe trotz Warnung erteilt Verkehrsminister Óscar Puente führte das Unglück auf eine „falsche“ und „unerklärliche“ Entscheidung der Bahnleitstelle zurück. Wie sowohl der Spiegel als auch t-online berichten, war das automatische Sicherheitssystem auf dem Streckenabschnitt ausgefallen. In der Folge seien mehrere Züge automatisch zum Stehen gekommen. Die Leitstelle in Madrid habe daraufhin manuell die Weiterfahrt für den Renfe-Zug freigegeben – obwohl der Iryo-Zug noch auf der Strecke stand. Ein Lokführer soll der Anweisung widersprochen und darauf hingewiesen haben, dass nur eine Geschwindigkeit von maximal 40 km/h erlaubt sei. Warum die Freigabe dennoch erteilt wurde, ist noch unklar. ### Züge mit 200 km/h kollidierten auf Strecke Das Unglück ereignete sich kurz vor 9 Uhr zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz. Zwei Waggons des Iryo-Zugs und ein Waggon des Renfe-Zugs entgleisten. Der Zugverkehr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Andalusien wurde in der Folge unterbrochen. Spanische Medien berichten, dass der Renfe-Zug möglicherweise mit bis zu 200 km/h unterwegs war, als er auf den stehenden Iryo-Zug auffuhr. ### Staatstrauer und Wahlkampfpausen nach Unglück Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich schockiert und sprach den Opfern und ihren Familien sein Beileid aus. Auch König Felipe VI. und Königin Letizia äußerten sich bestürzt. Bundeskanzler Friedrich Merz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekundeten ebenfalls ihre Anteilnahme. Der spanische Fußballverband RFEF sagte als Zeichen des Respekts den Pokal-Spieltag ab. Zudem ordnete Sánchez eine dreitägige Staatstrauer an, und viele Parteien sagten ihre Wahlkampftermine ab. Am 29. November finden in Spanien vorgezogene Parlamentswahlen statt. ### Tödlicher Zugunfall erinnert an Januar-Vorfall Das Unglück erinnert an einen ähnlichen Vorfall im Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien. Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Renfe-Zug zusammen. Bei diesem Unfall kamen 46 Menschen ums Leben, über 150 wurden verletzt. Als mögliche Ursache wird ein Schienenbruch vermutet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück