# Niedrigwasser: Bundesländer lockern Lkw-Sonntagsfahrverbot Datum: 09.08.2026 13:47 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/niedrigwasser-bundeslaender-lockern-lkw-sonntagsfahrverbot-741186/ --- Rhein und Donau führen zu wenig Wasser – Lkw sollen Güter transportieren, doch Kritik bleibt. Wegen anhaltend niedriger Pegelstände in deutschen Flüssen wie Rhein und Donau haben mehrere Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen gelockert. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Niedersachsen erlauben ab sofort Ausnahmen für bestimmte Lkw-Transporte, um die eingeschränkte Binnenschifffahrt zu kompensieren. Die Regelungen gelten vorerst bis Ende August oder September, wie die tagesschau und der NDR berichten. In NRW dürfen Lkw sogar samstags fahren, um Lieferketten zu sichern, wie der WDR mitteilt. ## Niedrigwasser zwingt Frachtschiffe zur Teilbeladung Die Binnenschifffahrt leidet unter den niedrigen Wasserständen, die viele Frachtschiffe zwingen, nur noch einen Bruchteil ihrer Ladung zu transportieren. Dies belastet vor allem Industriebranchen wie die Chemieindustrie, die vor Produktionskürzungen warnen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte nach einer Niedrigwasser-Konferenz mit Unternehmen und Verbänden Maßnahmen wie weniger Baustellen, zusätzliche Bahnkapazitäten und die Lockerung des Sonntagsfahrverbots angekündigt, wie die tagesschau berichtet. ### Lockerung des Sonntagsfahrverbots stößt auf massive Kritik Kritik an der Maßnahme kommt von verschiedenen Seiten. Die Gewerkschaft ver.di und die Linke warnen vor Belastungen für Lkw-Fahrer, die auf ihre Ruhezeiten verzichten müssten. Umweltverbände wie der BUND sehen in der Lockerung keine Lösung, sondern fordern langfristige Maßnahmen gegen die Klimakrise, wie der NDR und die tagesschau berichten. Auch Spediteure wie Hubertus Gössling aus NRW zweifeln an der Wirksamkeit: Ein Binnenschiff transportiere so viel wie 100 bis 120 Lkw, und es fehle an Fahrzeugen und Personal, wie der WDR schreibt. ### Industrie und Logistikverbände uneins über Sofortmaßnahmen Während der Verband Spedition und Logistik NRW die Ausnahmeregelung begrüßt, betont der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen, dass die Maßnahme bei Schüttgütern schnell an Grenzen stoße. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lobt hingegen die Handlungsfähigkeit der Regierung in der Extremsituation, wie der NDR berichtet. ### Ausnahmen für Schwertransporte bleiben ausgeschlossen Die Lockerung des Fahrverbots gilt nicht für Großraum- und Schwertransporte. In NRW ist die Regelung auf Fahrten beschränkt, die direkt mit den Folgen des Niedrigwassers am Rhein zusammenhängen. Die Maßnahmen sollen helfen, Versorgungsengpässe zu vermeiden und Lieferketten aufrechtzuerhalten. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück