# Mehr Waldbrände wegen hoher Temperaturen: Uni Osnabrück erforscht Feuchtigkeit in Waldböden Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-16T15:00:38+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-16T15:01:03+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/mehr-waldbraende-wegen-hoher-temperaturen-uni-osnabrueck-erforscht-feuchtigkeit-in-waldboeden-742972/ Kategorie: Aktuell --- Wie beeinflusst bodendeckende Vegetation die Feuchtigkeit von Waldböden – und welche Rolle spielt sie für die Bodenbildung und die Speicherung von Kohlenstoff? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neues Forschungsprojekt der Universität Osnabrück. Die Zwillenberg-Tietz-Stiftung fördert das Vorhaben für die kommenden drei Jahre. ## Forschung zu Wasserverfügbarkeit in Kiefernwäldern Angesichts von Hitzeperioden, schwankenden Niederschlägen und Waldbränden gewinnt die Frage nach der Wasserverfügbarkeit in Waldböden zunehmend an Bedeutung. Forschende der Universität Osnabrück untersuchen deshalb biologische Prozesse und ökohydrologische Mechanismen, die beeinflussen, wie viel Wasser im Boden gespeichert und für Pflanzen verfügbar bleibt. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die bodendeckende Vegetation in Kiefernwäldern. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie sie sich auf die Bodenfeuchte auswirkt und welchen Beitrag sie zur Speicherung von Bodenkohlenstoff und zur Bodenbildung leistet. „Ein Verständnis des komplexen Wirkungsgefüges in Waldökosystemen ist nötig für eine Bewertung der Entwicklung, Stabilität und Resilienz von Waldböden“, erklärt Prof. Dr. Steffen Seitz von der Universität Osnabrück. ### Langzeitmessungen sollen Veränderungen sichtbar machen Für das Projekt arbeitet der Professor für Physische Geographie mit Dr. Maik Veste vom Centrum für Energietechnologie Brandenburg und Prof. Dr. Thomas Scholten von der Universität Tübingen zusammen. Die Studie knüpft an ein 2025 an der Universität Tübingen abgeschlossenes Forschungsprojekt an. Damals standen insbesondere die Wasserverfügbarkeit im Waldboden und der Einfluss von Moosen im Fokus. Mehrere im Zuge dieser Arbeiten eingerichtete Klima- und Bodenmessstationen können dank der neuen Förderung nun weiterbetrieben werden. Ziel ist es, über mehrere Jahre hinweg Daten zur Bodenfeuchte und Bodenbildung in Kiefernwäldern zu sammeln. ### Messungen alle zehn Minuten An der Forschungsstation Linde in Brandenburg werden dazu in Zehn-Minuten-Intervallen mikroklimatische Daten erhoben. Auf diese Weise sollen langfristige Messreihen entstehen, mit denen auch stark schwankende Niederschlagsmengen erfasst werden können. „So können auch die mittlerweile durch den Klimawandel verursachten sehr variablen Niederschlagsschwankungen erfasst und berücksichtigt werden“, erläutert Seitz. Bislang seien viele vergleichbare Messungen nur über begrenzte Zeiträume durchgeführt worden. Das neue Forschungsprojekt soll deshalb eine längerfristige Datengrundlage schaffen. ### Osnabrücker Studierende arbeiten an Forschungsprojekt mit Auch Studierende der Universität Osnabrück sollen in das Projekt eingebunden werden. An der Forschungsstation sind studentische Projekte und Abschlussarbeiten geplant. Dabei werden unter anderem Bodenproben entnommen, die anschließend im Labor der Physischen Geographie in Osnabrück untersucht werden. Die Studierenden bestimmen dabei beispielsweise pH-Werte, Korngrößenverteilungen, organische Bodensubstanz und die Verteilung von Nährstoffen. „Die dadurch gewonnenen Daten fließen direkt in die Beschreibung der Böden unter Kiefernwaldbeständen mit ein“, so Seitz. Mit den langfristigen Messreihen wollen die Forschenden besser verstehen, wie sich Kiefernwaldböden unter sich verändernden klimatischen Bedingungen entwickeln und wie widerstandsfähig sie gegenüber Trockenheit und Niederschlagsschwankungen sind. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück