# Mehr Online-Sexualdelikte gegen Kinder und Jugendliche in Deutschland Datum: 21.07.2026 10:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/mehr-online-sexualdelikte-gegen-kinder-und-jugendliche-in-deutschland-734397/ --- Die Zahl der Sexualdelikte an Kindern und Jugendlichen ist in Deutschland im Jahr 2025 in mehreren Bereichen gestiegen. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Taten ohne Körperkontakt und bei Straftaten mit jugendpornografischen Inhalten. Gleichzeitig gingen Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten leicht zurück, bleiben aber auf hohem Niveau. Das geht aus dem neuen Bundeslagebild hervor, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. ## Mehr Sexualdelikte im digitalen Raum Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Präsident Holger Münch und Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen Kerstin Claus präsentierten in Berlin das Bundeslagebild zu Sexualdelikten an Kindern und Jugendlichen für das Jahr 2025. Demnach werden immer mehr Delikte online begangen, darunter Straftaten mit jugendpornografischen Inhalten und sexueller Missbrauch von Kindern ohne Körperkontakt. Sexuelle Missbrauchshandlungen an Kindern ohne Körperkontakt stiegen den Angaben zufolge mit 4.861 Fällen um 16,5 Prozent gegenüber 2024. Die vermehrte Nutzung des Internets begünstigt dabei digitale Phänomene wie Cybergrooming, Livestreaming oder Sextortion. Außerdem biete die Fortentwicklung im Bereich der KI neue oder erleichterte Tatbegehungsmöglichkeiten: Reale Inhalte könnten ohne fundiertes Fachwissen verändert oder neue Inhalte künstlich generiert werden. ### Unterschiedliche Entwicklungen bei Kinder- und Jugendpornografie Straftaten im Zusammenhang mit kinderpornografischen Inhalten sind im Jahr 2025 erneut gesunken. Die Zahl der Fälle lag bei 41.677, was einem Rückgang von 2,7 Prozent entspricht, bleibt nach den Angaben aber auf hohem Niveau. Im Gegensatz dazu erreichten Straftaten in Verbindung mit jugendpornografischen Inhalten 2025 einen weiteren Höchstwert mit 11.515 Fällen, einem Anstieg um 19,9 Prozent. Minderjährige machen laut Bundeslagebild jeweils etwa die Hälfte der Tatverdächtigen aus. Sie sind häufig dem Phänomen der „Selbstfilmenden“ zuzurechnen und leiten kinder- und jugendpornografische Inhalte unbedacht weiter. Die Aufklärung und Vermittlung von Medienkompetenz insbesondere an Kinder und Jugendliche sowie Eltern, Lehrkräfte und Fachpersonal wird in dem Bericht als von zentraler Bedeutung hervorgehoben. ### Forderungen nach schärferen Instrumenten und neuen Straftatbeständen Bundesinnenminister Dobrindt erklärte laut Bundeslagebild, die hohen Fallzahlen zeigten, dass Kinder besser geschützt werden müssten, besonders in der digitalen Welt. „Täter dürfen sich nicht in der Anonymität des Internets sicher fühlen.“ Er forderte wirksame Instrumente wie die IP-Adressenspeicherung, um Täter zu identifizieren und Missbrauch zu beenden. BKA-Präsident Münch betonte nach Angaben des Bundeslagebilds, dass das NCMEC dem BKA über 100.000 strafrechtlich relevante Hinweise übermittelt habe. Dobrindt begrüßte zudem die Bestrebungen der EU, Lücken bei der Erkennung und Meldung von kinder- und jugendpornografischen Inhalten zu schließen. Kerstin Claus sagte laut Bundeslagebild, dass dieses das tatsächliche Ausmaß der sexuellen Gewalt im Netz nicht abbilden könne. Die sogenannte „Sextortion“ nehme drastisch zu, und Cybergrooming treffe fast jeden dritten Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren. Claus forderte, dass Cybergrooming strafbar gemacht und Sextortion als eigene Sexualstraftat erfasst werden müsse. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück