Das Osnabrücker Land bleibt auf Erfolgskurs: Mit insgesamt 2.356.162 Übernachtungen haben Stadt und Landkreis Osnabrück im Jahr 2025 erneut mehr Gäste angezogen als im Vorjahr. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von 2,1 Prozent. Besonders auffällig: Immer mehr Besucherinnen und Besucher kommen, um aktiv unterwegs zu sein – mit Fahrrad, Wanderschuhen oder für einen Städtetrip.
Mehr Gäste und ein verändertes Stadtbild
Für Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter ist die Entwicklung längst auch im Alltag sichtbar: „Eine sehr positive Entwicklung. Auch ich nehme im Stadtbild wahr, dass immer mehr Menschen mit Rad und Rucksack unsere Region entdecken oder auch Stadtführungen buchen. Gleichzeitig profitieren nicht nur Gäste von den touristischen Angeboten – auch für die Menschen vor Ort steigern sie die Lebensqualität und machen unsere vielseitige Region noch attraktiver“
Dass touristische Infrastruktur nicht nur Besucher anzieht, sondern auch den Alltag vor Ort bereichert, wird zunehmend als Standortfaktor verstanden. Gleichzeitig gewinnen Städtetourismus und Reisen innerhalb Deutschlands angesichts internationaler Unsicherheiten weiter an Bedeutung.
Stadt und Landkreis legen gleichermaßen zu
Die Zahlen zeigen ein stabiles Wachstum in der gesamten Region. In der Stadt Osnabrück wurden 2025 insgesamt 517.300 Übernachtungen gezählt: ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber 2024. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ergibt sich sogar ein Zuwachs von 4,9 Prozent. Der Landkreis Osnabrück kommt auf 1.838.862 Übernachtungen. Das entspricht einem Anstieg von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 1,5 Prozent mehr als 2019.
Für Landrätin Anna Kebschull sind die Zahlen das Ergebnis langfristiger Investitionen und enger Zusammenarbeit: „Die aktuellen Zahlen, Rankings und Auszeichnungen zeigen deutlich, dass sich Investitionen auszahlen. Davon profitieren viele Branchen – von Gastronomie und Hotellerie über den Einzelhandel bis hin zur gesamten Standortqualität unserer Region. Solche Entwicklungen gelingen aber nur gemeinsam und über Gemeindegrenzen hinweg. Dass das im Osnabrücker Land so gut funktioniert, ist eine starke Leistung aller Beteiligten.“
Tourismus als Wirtschaftsmotor
Hinter den steigenden Gästezahlen steckt eine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Rund 30 Millionen Aufenthaltstage werden jährlich im Osnabrücker Land verzeichnet – davon entfallen etwa 23 Millionen auf Tagesausflüge. Der Tourismus erzeugt einen Bruttoumsatz von über einer Milliarde Euro und eine Wertschöpfung von mehr als 500 Millionen Euro. Rund 18.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an der Branche.
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Entwicklung positiv. Petra Rosenbach, Geschäftsführerin Tourismus Osnabrücker Land, verweist jedoch auf verändertes Reiseverhalten: „Über die guten Zahlen freuen wir uns sehr, denn unsere Gäste kämpfen mit steigenden Lebenshaltungskosten und planen immer kurzfristiger. Und viele Betriebe halten trotz hoher Kosten und Arbeitskräftemangel ihr Angebot aufrecht“
Ein erstes GPS-Besuchermonitoring zeigt zugleich, wie weit das Einzugsgebiet inzwischen reicht: Gäste reisen nicht nur aus der Region Hannover, dem nördlichen Ruhrgebiet oder von der Nordseeküste an, sondern auch aus den Niederlanden, teilweise aus Berlin und aus vielen weiteren Teilen Deutschlands.
Auf zwei Rädern zum Erfolg
Besonders dynamisch entwickelt sich der Radtourismus. Zwischen April und Oktober 2025 wurde an sieben Dauerzählstellen gemessen, dass sich das Radverkehrsaufkommen auf touristischen Routen innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt hat. Vor allem Tagesausflüge und Freizeitfahrten legten deutlich zu.
Die Region Grafschaft Bentheim – Emsland – Osnabrücker Land gehört erneut zu den drei beliebtesten Radreisezielen Deutschlands. Insgesamt stehen rund 6.700 Kilometer Radwege zur Verfügung. Zwei Strecken wurden vom ADFC mit vier Sternen ausgezeichnet, eine weitere mit drei Sternen.
Auch landesweit bestätigt sich der Trend: Niedersachsen belegt Platz zwei unter den beliebtesten Bundesländern für Radreisen – innerhalb des Landes liegt die Region Grafschaft Bentheim – Emsland – Osnabrück auf Rang eins. Der wirtschaftliche Effekt ist erheblich: Allein in Niedersachsen gaben Radreisende im Jahr 2023 zwischen 2,8 und 3,1 Milliarden Euro aus. Bundesweit unternahmen 37,4 Millionen Menschen mindestens eine Radreise oder einen Radausflug.
Kurorte bleiben starke Säule
Neben dem Aktivtourismus bleibt auch der Gesundheitstourismus ein bedeutender Wachstumstreiber. Die vier Kurorte Bad Essen, Bad Iburg, Bad Laer und Bad Rothenfelde verzeichnen zusammen mehr als eine Million Übernachtungen. Rund 70 Prozent davon entfallen auf Klinikaufenthalte.
Klaus Rehkämper, Bürgermeister und Kurdirektor in Bad Rothenfelde, betont die Bedeutung der Infrastruktur und fordert zugleich mehr Unterstützung: „Unsere Kurorte bieten eine hochwertige Infrastruktur mit Thermen, Bädern, Kurparks und zahlreichen Veranstaltungen. Davon profitieren nicht nur Gäste, sondern auch die Menschen vor Ort. Diese Angebote sind mit hohen Kosten verbunden, deshalb wünschen wir uns mehr finanzielle Unterstützung durch das Land, wie in anderen Bundesländern auch.“
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