# Mehr als 104.000 Vertriebene durch Kämpfe im Jemen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-18T15:22:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-18T15:22:08+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/mehr-als-104-000-vertriebene-durch-kaempfe-im-jemen-757258/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Allein innerhalb von zwei Wochen sind durch die erneuten Kampfhandlungen im Jemen über 104.000 Menschen auf der Flucht, darunter mehr als 57.000 Kinder. Seit dem 3. September wurden mindestens neun getötete und zwölf verletzte Kinder gemeldet, drei weitere gelten als vermisst. ## Zugang zu Grundversorgung stark eingeschränkt Die Kämpfe im Westen von Taizz, im Süden von al-Hudaida, in Ma'rib und weiteren Gebieten rauben Kindern den Zugang zu lebenswichtiger Versorgung. Laut Unicef ist in 26 unterstützten Gesundheitseinrichtungen die Arbeit beeinträchtigt. Zudem sind 243 Schulen geschlossen oder fällt der Unterricht aus – betroffen sind mehr als 137.000 Schulkinder. Edouard Beigbeder, Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, sagte: „Kinder im Jemen erleben bereits eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Viele von ihnen kennen kaum etwas anderes als Konflikte und Vertreibung“. „Nun mussten innerhalb von nur zwei Wochen Zehntausende Familien ihre Häuser verlassen – viele mit nichts mehr als dem, was sie tragen konnten. Kinder, die bereits seit Jahren Hunger, Vertreibung und unterbrochenen Schulbesuch erleben, verlieren durch die jüngste Gewalt auch den letzten Rest an Stabilität, der ihnen geblieben war.“ ### Unicef weitet Nothilfen aus Unicef hat eigenen Angaben zufolge seine Nothilfemaßnahmen ausgeweitet, um 231.000 Betroffene zu erreichen. In Taizz werden Gesundheitseinrichtungen unterstützt, Hygienesets verteilt und Wassertanks bereitgestellt. In Ma'rib kommen zusätzliche Wasser- und Hygieneartikel zum Einsatz, und neun mobile Teams für Gesundheit und Ernährung sind in betroffenen Gemeinden aktiv. Im Bereich Wasser und Hygiene plant Unicef, mehr als 200.000 Menschen mit sauberem Wasser und Hygieneartikeln zu versorgen. Zudem werden dringende Reparaturen an beschädigten Systemen durchgeführt. Kinderschutz-Experten bieten psychosoziale Unterstützung und helfen Gemeinden, Gefahren durch explosive Kampfmittel zu erkennen. ### Humanitäre Krise verschärft sich weiter Bereits vor der aktuellen Eskalation waren schätzungsweise 12,2 Millionen Kinder im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 2,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an akuter Mangelernährung, darunter über 515.000 mit lebensbedrohlicher Unterernährung. Rund 3,2 Millionen Kinder besuchen keine Schule. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück