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Startseite AktuellMauerfall und Stasi-Akten: Schülerinnen und Schüler der Ursulaschule führen Zeitzeugengespräch
AktuellOsnabrück

Mauerfall und Stasi-Akten: Schülerinnen und Schüler der Ursulaschule führen Zeitzeugengespräch

von Tatjana Rykov 21. April 2023
von Tatjana Rykov 21. April 2023
Hartmut Bartmuß war zu Besuch in der Ursulaschule. / Foto: Rykov
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Die Ursulaschule in Osnabrück veranstaltet regelmäßig – lediglich durch die Corona-Pandemie ausgebremst – Schulprojekte, bei denen Experten zu bestimmten Themenbereichen oder Zeitzeugen eingeladen werden. Am Donnerstag (20. April) bekamen die Schülerinnen und Schüler der achten bis elften Klasse Besuch von Hartmut Bartmuß, der in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) aufwuchs und 1982 ausreisen konnte.

Für die Schülerinnen und Schüler der achten bis elften Klasse stand der vergangene Donnerstag im Zeichen des Themas „Wahlen in der DDR“. In Kooperation mit dem Deutsche Gesellschaft e. V. veranstalteten die Lehrkräfte Carina Malcherek und Matti Borchert zwei Workshops zur Geschichte der BRD und DDR. Während sich der erste Block in Vortrags- und Gesprächsform der BRD und den Wahlen in demokratischen Systemen widmete, erarbeiteten die Schüler im zweiten Block Plakate zu verschiedenen Aspekten des politischen Systems sowie der Wahlen in der DDR. Der Höhepunkt des Tages war das darauffolgende Zeitzeugengespräch mit Hartmut Bartmuß, der von seiner Geburt bis 1982 in der DDR lebte.

Konflikte mit dem SED-Staat

Bartmuß wurde 1944 in Zwickau in Sachsen geboren. 1959 begann er seine Lehre als Hochseefischer und war eine Zeit lang für die DDR-Hochseefischereiflotte auf hoher See. Nachdem er 1967 seine Sonderreifeprüfung ablegte, begann er ein Studium der Evangelischen Theologie an der Karl-Marx-Universität in Leipzig. Bereits 1968 wurde er von der Staatssicherheit beobachtet, erhielt früh ein Parteiverfahren und wurde von der SED-Mitgliederliste gestrichen. 1974 wurde er Pfarrer und betreute Ausreisewillige, weshalb er zunehmend in Konflikte mit dem SED-Staat geriet. Am 6. Oktober 1982 gelang ihm die Ausreise nach Westdeutschland.

Beschattung: bemerkt oder unbemerkt

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im Vorfeld mit der Biografie von Bartmuß und bereiteten Fragen an den Zeitzeugen vor. Besonderes Interesse zeigten sie für die Erfahrungen, die Bartmuß mit der Staatssicherheit gemacht hat. Sie fragten danach, wie präsent die Staatssicherheit im Alltag war und ob der Zeitzeuge seine eigene Akte angefordert hat. „Bei der Stasi gab es zwei Varianten der Beschattung“, erinnert sich Bartmuß. „Entweder man wurde so beschattet, dass man es nicht merkt, oder so, dass man es merkt. Die zweite Methode diente der Einschüchterung, sodass man verstärkt aufgepasst hat, was man sagt und wie man sich verhält. Eigentlich rechneten wir immer mit der Präsenz der Stasi.“ Dass er seine eigene Stasi-Akte noch während des Bestehens der DDR angefordert hat, hält er selbst im Nachhinein für leichtsinnig. „Das war nicht das Schlauste, weil noch nicht alle Dinge geklärt waren. In meiner Akte stand, dass ich ein ‚vollenthusiastischer Pfarrer‘ sei, der Kooperationen mit dem Staat vermeiden würde. Außerdem habe ich so erfahren, dass zwei meiner ehemaligen Professoren mit der Stasi über mich geredet haben.“

Mentale Grenzen noch nicht überwunden

Auch der Mauerfall und die Wiedervereinigung bewegten die Schülerinnen und Schüler. Auf die Nachfrage, wie Bartmuß sich fühlte, als die Mauer fiel, antwortete er zuerst mich einem Lachen. „Ich sah die ganzen Autos rüberkommen und konnte nur noch schreien. Schreien, weil es endlich vorbei war.“ Doch mit der Mauer waren die mentalen Grenzen zwischen Ost- und Westdeutschland noch nicht gefallen. „Vorurteile gab es immer, aber ich hab mir nie die Butter vom Brot nehmen lassen“, erzählt der heute 78-Jährige im sächsischen Dialekt. „Ich kannte Leute, die lernten ihren Dialekt zu unterdrücken und perfektes Hochdeutsch redeten. Sie wollten ihre Herkunft verleugnen, aber ich konnte das nicht.“ Aus diesem Blickwinkel fragte ein Schüler, ob die Wiedervereinigung aus Perspektive von Bartmuß gelungen sei. Dieser sieht die Wiedervereinigung als langwierigen Vorgang. „Ich finde, der Prozess ist noch nicht abgeschlossen und läuft immer weiter. Unter jungen Leuten fällt es vielleicht nicht mehr auf, aber in meiner Generation ist die Trennung zwischen Ost und West noch sehr präsent.“

Nach dem Zeitzeugengespräch hatten die Schülerinnen und Schüler noch kurz Gelegenheit, weiter mit Bartmuß ins Gespräch zu kommen und ihm Fragen zu stellen. Auch Ron Hecker und Dr. Marius Kleinknecht von dem Deutsche Gesellschaft e. V. standen noch für Fragen zur Verfügung.

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Tatjana Rykov

Tatjana Rykov startete im Sommer 2019 mit einem Praktikum bei der HASEPOST. Seitdem arbeitete sie als freie Mitarbeiterin für unsere Redaktion. Nach ihrem Bachelor in Geschichte und Soziologie an der Universität Osnabrück ist sie seit 2023 wieder fest im Redaktionsteam. Derzeit schließt sie ihren Fachmaster in Neuste Geschichte an der Uni Osnabrück ab. Privat trifft man sie oft joggend im Park oder an ihrer Staffelei.

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