# Marokko bestreitet gezielte Einflussnahme auf Ceuta-Ansturm Datum: 03.08.2026 13:46 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/marokko-bestreitet-gezielte-einflussnahme-auf-ceuta-ansturm-738834/ --- Falschinformationen und Schleuser als Ursache – Spanien sieht höhere Opferzahlen Die marokkanische Regierung hat sich erstmals offiziell zu den Ereignissen in der spanischen Exklave Ceuta geäußert. Wie der Tagesspiegel und n-tv berichten, macht das Innenministerium in Rabat Falschinformationen in sozialen Medien, Aktivitäten von Schleusern und eine Fehlinterpretation eines spanischen Gerichtsurteils für den massenhaften Andrang von Migranten verantwortlich. Der Andrang sei spontan und nicht organisiert gewesen, betonte ein Sprecher. Marokko betont, weiterhin ein zuverlässiger Partner Spaniens bei der Bekämpfung irregulärer Migration zu sein und fordert eine Lastenteilung ein. ## Marokkanische Behörden sollen Migranten gezielt passieren Mehrere spanische Medien wie die Tagesschau und El País berichteten hingegen, dass Migranten unabhängig voneinander schilderten, sie seien von marokkanischen Sicherheitskräften nicht gestoppt, sondern zum Grenzübertritt ermuntert worden. Die Zeitung El País geht sogar davon aus, dass der Ansturm ohne zumindest zeitweises Wegschauen der marokkanischen Behörden kaum möglich gewesen wäre. Videos zeigten die Untätigkeit der Sicherheitskräfte, was nach Einschätzung der Zeitung keinen Zweifel an einer Mitwirkung lasse. ### Streit um Opferzahlen bei Ceuta-Ansturm eskaliert Die Zahlen zu den Migranten und Opfern weichen stark voneinander ab. Marokko spricht von rund 40.000 Menschen, die Ceuta erreichen wollten, und elf Todesopfern, die meisten durch Ertrinken. Spanien geht von 50.000 bis 60.000 Migranten aus, die die Exklave erreicht und später wieder verlassen hätten, wie n-tv und der Tagesspiegel berichten. Die spanischen Behörden melden mindestens 72 Tote, darunter Ertrunkene und Menschen, die beim Überklettern von Grenzanlagen erdrückt wurden. Die marokkanische Menschenrechtsorganisation AMDH spricht sogar von fast 130 Opfern und Dutzenden Vermissten. ### Ceuta kehrt zur Normalität zurück – doch Lage bleibt unklar In Ceuta selbst kehrt allmählich Normalität ein. Geschäfte und Restaurants öffneten wieder, und die meisten Migranten seien freiwillig nach Marokko zurückgekehrt, wie die Tagesschau und RTVE berichten. Eine schwimmende Barriere soll künftig verhindern, dass Menschen schwimmend die Exklave erreichen. Regionalpräsident Juan Jesús Vivas widersprach jedoch der Darstellung einer entspannten Lage und sprach von Tausenden zurückgebliebenen Migranten. ### EU will Ceuta-Krise mit Marokko-Partnerschaften lösen Die EU-Innenminister wollen sich in einer Dringlichkeitssitzung mit den Entwicklungen in Ceuta befassen, wie n-tv meldet. Außenminister Johann Wadephul (CDU) forderte die EU-Kommission auf, dem Schutz der Außengrenzen absolute Priorität einzuräumen. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung von Partnerschaften mit Drittstaaten wie Marokko, um illegale Migration zu kontrollieren. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück