# Lucke verlangt AfD-Neustart mit klarem Bekenntnis zu Demokratie Datum: 20.06.2026 10:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/lucke-verlangt-afd-neustart-mit-klarem-bekenntnis-zu-demokratie-724304/ --- AfD-Mitgründer Bernd Lucke fordert eine programmatische Neuausrichtung seiner früheren Partei. In einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag" verlangt der Hamburger Ökonomieprofessor einen klaren Grundsatzbeschluss der AfD zugunsten von Demokratie, Rechtsstaat, Nato, EU und sozialer Marktwirtschaft. Zugleich kritisiert er die politische und gesellschaftliche Ausgrenzung der Partei, räumt aber inhaltliche Gründe für deren Ablehnung ein. ## Forderung nach klarem Bekenntnis der AfD AfD-Mitgründer Bernd Lucke drängt seine frühere Partei zu einer grundlegenden programmatischen Neuaufstellung. Die AfD müsse sich in einem Grundsatzbeschluss unmissverständlich zu Demokratie, Rechtsstaat, Nato, EU und sozialer Marktwirtschaft bekennen, schreibt der Hamburger Ökonomieprofessor in einem Gastbeitrag für die „Welt am Sonntag“. Die Ausgrenzung der AfD sei nicht mehr steigerungsfähig, so Lucke in der „Welt am Sonntag“. Der Partei werde nicht nur ihre demokratische Grundüberzeugung pauschal abgesprochen, sondern regelmäßig auch eine Wesensgleichheit mit der NSDAP insinuiert. Dies sei infam und angesichts der Singularität des Holocausts durch nichts zu rechtfertigen. ### Kritik und Selbstkritik Zugleich räumt Lucke laut „Welt am Sonntag“ ein, dass es inhaltliche Gründe für die Ablehnung der AfD gebe. Offene Fragen beträfen unter anderem das Menschenbild der Partei, ihre Haltung zu Nato, EU und Russland sowie ihr Selbstverständnis als mögliche Regierungspartei. Zudem hätten Äußerungen einzelner Funktionäre immer wieder Zweifel an der Verfassungstreue der Partei genährt. ### Vergleich mit Godesberger Programm der SPD Lucke fordert die AfD deshalb zu einem Grundsatzbeschluss nach dem Vorbild des Godesberger Programms der SPD auf. „Die Brandmauer wird fortbestehen, wenn die AfD nicht in einem unübersehbaren Akt die Grundsätze ihres politischen Handelns auf die Verfassung verpflichtet“, schreibt er in der „Welt am Sonntag“. In ihrem Godesberger Programm habe die SPD 1959 Ähnliches vollbracht. Die Partei müsse ein Selbstverständnis als „staatstragende Reformpartei, nicht Fundamentalopposition“ entwickeln. Ein solcher Schritt könne ein „Lackmus-Test“ sein – für beide Seiten, so Lucke in der „Welt am Sonntag“. Es wäre „gut für unsere Demokratie, wenn die beiderseitigen Verhärtungen aufgebrochen werden könnten“, schreibt er. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück