# Linke fordert SPD zur Umsetzung des Berliner Volksentscheids auf Datum: 07.08.2026 07:32 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/linke-fordert-spd-zur-umsetzung-des-berliner-volksentscheids-auf-740371/ --- Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, hat die SPD aufgefordert, den Volksentscheid von 2021 zur Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen umzusetzen. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach bezeichnet die Pläne als plumpen Populismus. Umfragen deuten auf mögliche Dreierbündnisse nach der Wahl hin. ## Forderung nach Umsetzung des Volksentscheids Die SPD müsse sich fragen, wie sie den demokratischen Willen der Berliner "umsetzt und den ernst nimmt", sagte Eralp dem TV-Sender "Welt" am Donnerstag. Es sei nicht vertretbar, den Menschen zu sagen, sie könnten abstimmen, wenn am Ende das Ergebnis keine Rolle spiele. Alle Demokraten seien jetzt in der Pflicht, den Willen der Berliner ernst zu nehmen. ### Umfrageergebnisse und Koalitionsoptionen Aktuelle Umfragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl zeigen entweder Linke und CDU gleichauf an der Spitze oder die AfD auf Platz eins. Die Erhebungen deuten darauf hin, dass ein Dreierbündnis aus den fünf voraussichtlich im Parlament vertretenen Parteien nötig werden könnte. Einige Berliner Sozialdemokraten sehen mögliche Ausschlussgründe für eine Koalition mit der Linken im Umgang mit Islamismus in Teilen der Partei sowie in der Forderung nach Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hatte die Enteignungspläne der Linken beim Wohnungsbau als "plumpen Populismus" bezeichnet, der keinen Wohnraum schaffe. Beim Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co. enteignen" in Berlin hatten 2021 rund 58 Prozent für die Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen großer privater Immobiliengesellschaften mit mehr als 3.000 Wohnungen gestimmt. Eralp beharrte auf dem Enteignungsvorhaben. "Die Menschen in unserer Stadt können sich das Leben in Berlin kaum noch leisten, vor allem wegen der viel zu hohen Mieten". Um Mieten zu senken, gehöre neben sozialem Wohnungsneubau "selbstverständlich auch die Vergesellschaftung der großen Immobilienkonzerne", so Eralp. Das sehe sie klar als Aufgabe des nächsten Senats. Natürlich werde man die Eigentümer entschädigen – "allerdings nicht zum Verkehrswert, weil wir ganz klar Spekulation nicht mit entschädigen wollen", so Eralp. "Alle Investoren, die hier dazu beitragen wollen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sind herzlich eingeladen. Investoren, denen es vor allem darum geht, mit Wohnungen, mit Grund und Boden zu spekulieren, die wollen wir hier in Berlin nicht haben." --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück