# Letzter Riesenbagger verlässt Kohlefeld Schleenhain Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-15T01:16:11+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-15T01:16:11+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/letzter-riesenbagger-verlaesst-kohlefeld-schleenhain-766823/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- 1.000 Tonnen schwerer Bagger markiert Ende der Förderung im Tagebau Ein 1.000 Tonnen schwerer Eimerkettenbagger hat am Morgen die Bundesstraße 176 im Landkreis Leipzig überquert. Damit bereitet das Bergbauunternehmen Mibrag das Ende der Kohleförderung im Tagebau Vereinigtes Schleenhain vor, wie die Berliner Zeitung berichtet. Der gigantische Bagger, der sich mit einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Minute bewegt, wurde ins Abbaufeld Peres umgesetzt. Neben dem Hauptbagger wurden auch vier Antriebsstationen und ein Bandwagen verlegt. Die restlichen Arbeiten im Tagebau Schleenhain sollen von kleineren Baggern übernommen werden, bis die Förderung dort Ende des Jahres eingestellt wird. Für den Transport war die Bundesstraße gesperrt, der Straßenbelag wurde mit Gummimatten und einer Erdschicht geschützt, um Schäden zu vermeiden. Die Sperrung soll am Donnerstagmorgen enden. ## Braunkohleförderung endet 2035 südlich von Leipzig Der Tagebau Vereinigtes Schleenhain bestand ursprünglich aus den drei Kohlefeldern Groitzscher Dreieck, Schleenhain und Peres. Seit 1949 wurde hier Braunkohle gefördert, mit einer jährlichen Menge von bis zu 10 Millionen Tonnen. Die Tagebaue werden nun schrittweise stillgelegt, bis 2035 soll die Kohleförderung südlich von Leipzig komplett enden. ### Neuer See entsteht bis 2039 mit 430 Mio. Kubikmetern Wasser Die Sanierung der Tagebaue und ihre Umwandlung in eine Seenlandschaft sind bereits in Planung. So soll etwa der Pereser See mit einer Fläche von rund zwölf Quadratkilometern und einem Wasservolumen von etwa 430 Millionen Kubikmetern entstehen, wie die Mibrag mitteilt. Die Flutung soll ab etwa 2039 beginnen. Allerdings könnten niedrige Pegelstände in den Flüssen und sinkende Grundwasserstände die Pläne verzögern, wie Patrick Halka, Leiter der Regionalen Planungsstelle Leipzig, der Deutschen Presse-Agentur erklärte. ### Trockenheit könnte Sanierungskosten und Zeitpläne sprengen Martin Kreßner, Bergbausanierungsexperte der TU Bergakademie Freiberg, warnt vor längeren Sanierungszeiträumen und höheren Kosten, falls weniger Wasser zur Verfügung steht. Technische Maßnahmen zur Stabilisierung der Böschungen könnten nötig werden, so Kreßner. Die Mibrag sieht die grundsätzliche Planung jedoch nicht infrage gestellt und verweist auf mehrjährige Niederschlagsreihen, die in die Prognosen einfließen. Für die Flutung des letzten Restlochs werde Wasser aus der Weißen Elster und der Mulde entnommen, so Sprecher Sebastian Exner. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück