# Lehrerverband lehnt WhatsApp-Verbot ab und fordert Medienkompetenz Datum: 20.03.2026 01:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/lehrerverband-lehnt-whatsapp-verbot-ab-und-fordert-medienkompetenz-693602/ --- Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, hat sich gegen ein generelles Verbot von Messengerdiensten wie WhatsApp für Kinder und Jugendliche ausgesprochen. Statt pauschaler Einschränkungen plädiert er für mehr Medienkompetenz, Unterstützung der Schulen im Umgang mit digitalen Konflikten und wirksame Schutzmechanismen der Anbieter. Klassenchats seien schwer zu überwachen, belastende Vorfälle würden jedoch an Schulen wahrgenommen. ## Verbot von Messengerdiensten laut Düll kaum realistisch Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, bezeichnete ein „generelles Verbot oder weitreichende Nutzungseinschränkungen“ von Messengerdiensten wie WhatsApp für Kinder und Jugendliche als in der Praxis kaum umsetzbar. Solche Maßnahmen würden „in der Praxis kaum realistisch“ erscheinen, sagte Düll der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Dienste wie WhatsApp spielten „heute eine zentrale Rolle in der alltäglichen Kommunikation und Terminabstimmung“, so Düll, etwa „innerhalb von Familien, in Vereinen, in Jugendgruppen, in religiösen Gemeinschaften“. ### Begrenzte Einblicke in Klassenchats Nach Angaben von Düll haben Lehrkräfte in der Regel keinen Einblick in Klassenchats ihrer Schüler. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werde der Messengerdienst WhatsApp für die offizielle schulische Kommunikation nicht genutzt. „Lehrkräfte und Schulleitungen bekommen Einblick in solche Chats in der Regel nur dann, wenn etwas vorgefallen ist – etwa Beleidigungen, Drohungen oder andere konflikthafte Inhalte“, hob Düll gegenüber der Funke-Mediengruppe hervor. In solchen Fällen würden mit den Schülern sowie den Eltern „pädagogische oder erzieherische Maßnahmen“ abgestimmt. ### Medienkompetenz statt pauschaler Verbote Wie verbreitet problematische Inhalte in Klassenchats tatsächlich seien, lasse sich laut Düll kaum verlässlich einschätzen. „Eine systematische Beobachtung findet nicht statt“, sagte er den Funke-Medien. Zwar kämen solche Fälle vor und würden an Schulen als belastend erlebt, doch aus Einzelfällen könne man keinen Gesamtüberblick ableiten. Der Verbandspräsident sprach sich statt eines Verbots für mehr Medienkompetenzangebote, mehr Unterstützung für Schulen im Umgang mit digitalen Konflikten sowie verlässliche Schutzmechanismen durch die Anbieter aus. Präventionskonzepte seien „im Alltag deutlich wirksamer als pauschale Verbote“, sagte Düll den Funke-Medien. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück